Den Wasserstand des Lac des Brenets als "besonders niedrig" zu bezeichnen, ist ein Euphemismus. Schon Mitte Juni konnte man sehen, wie sehr die Dürre dem Pegel zusetzte. Jetzt ist der See vollständig verschwunden, an seiner Stelle gibt es nur noch ein kleines Rinnsal.
Wie "20 Minuten" berichtet, zeigen die Messwerte noch 24. Juli 2026 nur noch einen Abfluss am Auslauf von 1,2 Kubikmeter pro Sekunde. Für Ende Juli waren das extrem niedrige Werte. Seither hat sich die Lage noch verschärft.
Nicht nur der Lac des Brenets ist betroffen. Auch am Alten Rhein musste längst die Schifffahrt eingestellt werden, weil der Wasserstand zu niedrig ist. "Boote, deren Tiefgang mehr als 1,40 bis 1,45 Meter beträgt, können den Alten Rhein aktuell nicht mehr befahren", erklärte vor rund zehn Tagen Felix Schwärzler, Präsident vom Yachtclub Wetterwinkel in Gaissau, direkt an der Grenze zur Schweiz.
Auch der Linienbetrieb vom Alten Rhein in den Bodensee zwischen Rorschach und Rheineck wurde eingestellt. Gleiches gilt für den Rhein: Dort fahren zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen derzeit keine Kursschiffe mehr.
Vergangene Woche sagte Michèle Oberhänsli, Hydrologin beim Bundesamt für Umwelt, gegenüber "20 Minuten": "Aufgrund der anhaltend trockenen Witterung liegen die Wasserstände und Abflüsse vieler Schweizer Gewässer für die Jahreszeit auf sehr tiefem Niveau."
Vor allem kleinere und mittlere Flüsse im Jura und im Mittelland haben aktuell teils extreme Abflussdefizite. "Auch bei großen Flüssen wie dem Rhein, der Aare, der Limmat und der Reuss werden für die Jahreszeit deutlich unterdurchschnittliche Abflüsse gemessen."
Bei den Seen sind besonders der Bodensee, der Walensee und der Lago Maggiore betroffen – sie haben für diese Zeit des Jahres außergewöhnlich niedrige Wasserstände.