Vom gefeierten Unternehmens-Gründer zum Beschuldigten: Der deutsche Unternehmer Wanja Oberhof (40) sitzt in New York hinter Gittern. Das FBI hat den Chef des Start-ups Team First festgenommen. Seit Montag befindet er sich in Haft – es gilt die Unschuldsvermutung.
Die US-Staatsanwaltschaft wirft dem 40-Jährigen vor, Millionen eines deutschen Investors veruntreut zu haben. Bei dem Opfer soll es sich laut der "Bild" um den Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld handeln. Laut Anklage soll Oberhof das Geld unter anderem für ein ausschweifendes Luxusleben in der Metropole abgezweigt haben.
Der Unternehmer, der schon als Teenager seine erste Firma gründete, galt lange als Vorzeige-Gründer. Nun droht ihm in den USA eine empfindliche Strafe. Sollte Oberhof verurteilt werden, könnte er für 20 Jahre hinter Gitter müssen.
Ein US-Gericht hat bereits eine Kaution in Höhe von zwei Millionen Dollar festgesetzt. Davon müssten 100.000 Dollar in bar gezahlt werden. Die Anwälte des Unternehmers arbeiten jedenfalls an seiner Freilassung. Dabei gibt es jedoch ein Problem.
Um Oberhof auf Kaution freizubekommen, müssen zwei Bürgen unterschreiben, von denen mindestens einer in den USA ansässig sein muss. Hier habe sich noch keine Person gefunden. Nun habe man der US-Regierung einen Vorschlag übermittelt, dem bereits zugestimmt worden sein soll.
So soll eine Million Dollar in bar hinterlegt werden. Dafür sollen beide Bürgen im Ausland ansässig sein dürfen. Unklar ist, ob der Unternehmer zwei Personen findet, die für ihn unterschreiben würden.