"Da fehlen mir die Worte"

Gletscher-Foto macht selbst Experten sprachlos

Die Gletscher in der Schweiz schmelzen so schnell wie noch nie. Für Glaziologen ist das kaum zu fassen: "schwer vorstellbar", sagt er.
Newsdesk Heute
19.09.2026, 15:43
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Die Hitzewellen der letzten Monate haben die Gletscherschmelze in den Alpen dramatisch beschleunigt. Laut "20 Minuten" schmelzen derzeit rund 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde von den Gletschern ab, wie Matthias Huss bereits im Juni erklärte. Der renommierte Glaziologe, der das Schweizer Gletschermessnetz Glamos leitet, dokumentiert seit Jahren den Eisverlust in den Alpen.

"Da fehlen mir die Worte"

Ein aktuelles Foto vom Konkordiaplatz am Großen Aletschgletscher sorgt jetzt für Aufsehen. Geschossen hat es der Geograph und Glaziologe Andreas Linsbauer. Darauf zu sehen: ein Mann mit einer riesigen Messstange, die ihn bei weitem überragt. Die Stange zeigt, wie viel Eis an genau diesem Punkt im Sommer 2026 verloren gegangen ist.

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"Eine fast sechs Meter dicke Eisschicht ist verschwunden", schreibt Huss dazu. Und das "mitten im größten Gletscher der Alpen". Selbst für erfahrene Forscher ist das unfassbar: "Da fehlen mir die Worte."

Kein Schnee im Sommer – das Eis schwindet schneller

Normalerweise nimmt die Eisdecke im Sommer immer ab, aber nicht in dem Ausmaß wie heuer. Laut Huss verlieren die Gletscher im Hochsommer üblicherweise pro Tag zwischen fünf und zehn Zentimeter Eis, wie er im Juli der NZZ erklärte. Doch in diesem Jahr blieb der Schnee im Gebirge fast komplett aus.

"Seit Mitte Mai hat es in den Alpen nicht mehr richtig geschneit." Im Jahr davor war das anders: 2025 gab es im Juli immer wieder Neuschnee. Diese Schneefälle sind wichtig, weil sie die Schmelze für ein paar Tage stoppen können.

2026 – ein Katastrophenjahr für die Gletscher

Schon im Juni war klar: 2026 wird ein besonders hartes Jahr für die Gletscher. Frühe und langanhaltende Hitzewellen sind laut Huss das Schlimmste, was einem Gletscher passieren kann. "Da der Schnee früher verschwindet, wird eine helle, reflektierende Oberfläche durch eine dunkle ersetzt. Mit denselben Temperaturen schmilzt dadurch noch mehr Eis."

Wie dramatisch die Situation ist, zeigt auch das Datum des diesjährigen Gletscherschwundtags: Bereits am 29. Juni war er erreicht – so früh wie sonst nur 2022, damals am 26. Juni. In anderen Jahren lag dieser Tag deutlich später.

Die endgültige Bilanz für das Gletscherjahr 2026 wird es allerdings erst Ende September geben, berichtet Blue News. Wie stark die Sommerhitze den Gletschern zugesetzt hat, zeigt auch ein weiteres Posting von Huss. Dort ist die Entwicklung des Rhonegletschers eindrucksvoll zu sehen.

red,19.09.2026, 15:43