Der Fall begann 2016 in Mossul im Irak. Dort betrieb die Terrormiliz "Islamischer Staat" ein Trainingscamp. Mittendrin soll der heute 44-Jährige gewesen sein: Er reparierte laut den Ermittlungen Fahrzeuge, handelte mit Waffen und brachte IS-Kämpfern den Umgang mit Sturmgewehren bei.
Für seine Dienste soll der Mann monatlich 1.000 Dollar erhalten haben. Zudem warf ihm die Anklage vor, einen Treueeid auf den damaligen IS-Anführer Al-Baghdadi abgelegt zu haben.
Jahre später brachten ihn Dokumente aus dem Terrorcamp vor Gericht. Wie die "OÖN" berichten, hatten US-Truppen das Gelände eingenommen und dort Akten sowie Mitgliederlisten sichergestellt. Bei der Auswertung stieß das FBI auch auf den Namen des 44-Jährigen.
Inzwischen hielt sich der Mann in Österreich auf und befand sich in der Asyl-Grundversorgung. Im Frühjahr klickten schließlich in seiner Linzer Unterkunft die Handschellen. Am Dienstag musste er sich am Landesgericht wegen mehrerer Terrordelikte verantworten.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle er tatsächlich beim IS gespielt hatte. Der Angeklagte bestritt, Terroristen ausgebildet zu haben. "Ich war nur als Automechaniker zuständig", erklärte er laut Bericht.
Dass ihn die sichergestellten Unterlagen ausdrücklich als Trainer auswiesen, sei lediglich ein Trick für ein höheres Gehalt gewesen. Seine Kaderakte sei entsprechend geändert worden. Auch den Waffenhandel versuchte er zu erklären. Schusswaffen seien in Syrien weit verbreitet und dienten der Selbstverteidigung. An IS-Mitglieder habe er seines Wissens keine verkauft.
Das Gericht glaubte seiner Darstellung nicht und verurteilte den 44-Jährigen zu dreieinhalb Jahren Haft. Zu seinen Gunsten wurden das teilweise Geständnis und seine bisherige Unbescholtenheit in Österreich gewertet. Bei der Festnahme fanden die Ermittler zudem keine Gegenstände, die auf eine weiterhin bestehende Nähe zu islamistischen Inhalten hingedeutet hätten.
Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Auch das Asylverfahren ist abgeschlossen. Laut den Angaben im Prozess bereitet die Fremdenpolizei bereits die Abschiebung vor. Auf die Frage nach seinen weiteren Plänen antwortete er, er wolle nach Syrien zurückkehren.