Verkehrte Welt im Ski-Zirkus! Während Frauen in Österreich immer noch ein Viertel weniger verdienen als Männer, stechen Lindsey Vonn und Co. ihre Kollegen im Preisgeld-Ranking knallhart aus. Seriensiegerin Vonn casht am meisten! Und: Unter den Top Vier sind nicht weniger als drei Frauen.
Lindsey Vonn ist die Preisgeld-Königin! Mit 259.323 Euro sackte das US-Girl diese Saison 66.590 Euro mehr als Didier Cuche (Sz), der Herren-Topverdiener, ein. Und das, obwohl die Ski-Damen bisher erst 26 Rennen fuhren, die Männer 28.
Maria Riesch (D, 191.398 Euro) und Kathrin Zettel (165.833 Euro), die Cash-Cow im ÖSV, untermauern die weibliche Dominanz.
Die Erklärung: die geringere Leistungsdichte beim vermeintlich schwachen Geschlecht. Wenige Topläuferinnen teilen sich den Großteil des Preisgeldkuchens auf. So gewann Vonn bisher zehn Saisonrennen, Riesch stand zwölf Mal auf dem Podest, Zettel immerhin neun Mal.
In einem Herren-Slalom fahren 20 Athleten um den Sieg, wird Reinfried Herbst nicht müde zu betonen. Zum Vergleich: Bei sechs Damen-Abfahrten carvten bisher ganze sieben Läuferinnen aufs Stockerl.
Auf das finanziell ertragreichste Wochenende blickt Didier Cuche zurück: In Kitzbühel, wo heuer 550.000 Euro ausgeschüttet wurden, flossen in drei Tagen 120.000 Euro auf sein Schweizer Konto. Macht bei 3:11,68 Minuten Arbeit 625 Euro pro Fahrsekunde auf der Streif.
Interessant: Gemäß der Vorgaben der FIS muss ein Weltcup-Rennen mit zumindest 65.000 Euro dotiert sein. Das Preisgeld variiert aber stark: In Garmisch bringt ein Sieg nur 18.000 Euro, in Kitzbühel bis zu 70.000 Euro.
Für die Super-Verdienerin Lindsey Vonn ist Geld freilich nicht alles. Ganz ehrlich. Ohne Skifahren könnte ich gar nicht sein.
Martin Huber