Streit um Alter

Vonn legt sich vor Gold-Jagd mit Olympia-Reporter an

Kritik von außen, Risiko auf der Piste – Ski-Queen Lindsey Vonn steht vor dem großen Abfahrts-Showdown im Rampenlicht.
Sport Heute
08.02.2026, 09:06
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Lindsey Vonn steht vor einer der außergewöhnlichsten Abfahrten ihrer Karriere. Am Sonntag (11.30 Uhr, ORF) startet die 41-Jährige in Cortina d’Ampezzo trotz gerissenem Kreuzband und beschädigtem Meniskus im linken Knie. Kurz vor dem Rennen sorgt nun auch ein öffentlicher Streit mit einem US-Journalisten für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Ein Kommentator von "USA Today" hatte Vonns Startpläne kritisch hinterfragt und dabei unter anderem ihr Alter, ihr Vermögen und mögliche Langzeitfolgen angesprochen. Vonn reagierte verärgert, sprach von Altersdiskriminierung und stellte klar, dass sie aus eigener Überzeugung fahre und keine Rechtfertigung schulde. Der Schlagabtausch machte sie endgültig zum dominierenden Thema vor der Abfahrt.

Auslöser der Debatte war ein Meinungsbeitrag des "USA Today"-Autors Greg Graber. Darin schrieb er unter anderem: "Es ist schon erstaunlich genug, dass die 41-Jährige immer noch auf diesem hohen Niveau Leistung bringt, ganz zu schweigen von einer schweren Verletzung, die für viele Skirennfahrer das Ende ihrer Karriere bedeuten würde." Zudem stellte er infrage, warum Vonn angesichts möglicher Langzeitfolgen weiterfahre. Vonn reagierte darauf scharf und schrieb bei X: "Tut mir leid, Greg, aber das ist ein sehr merkwürdiger Meinungsbeitrag." Weiter hielt sie fest: "Diese Altersdiskriminierung ist echt lächerlich." Und ergänzte: "Ich muss nicht Ski fahren, aber ich liebe es. Ich bin für diese letzten Olympischen Spiele so weit gereist und werde mein Bestes geben, egal ob mit oder ohne Kreuzbandriss. So einfach ist das."

Vonn auf Lieblingsstrecke

Sportlich ist die Ausgangslage ebenso brisant. Erst vor gut einer Woche hatte sich Vonn bei einem Sturz in Crans-Montana das Kreuzband gerissen. Trotzdem entschied sie sich, in Cortina an den Start zu gehen. In den beiden Abfahrts-Trainings bestätigte sie diese Entscheidung mit starken Leistungen. Am Freitag belegte sie Platz elf, am Samstag fuhr sie unter 21 Starterinnen die drittbeste Zeit.

Die Tofana-Piste gilt als eine ihrer Lieblingsstrecken. Hier gewann Vonn in ihrer Karriere jeweils sechsmal in der Abfahrt und im Super-G. Die Strecke ist allerdings extrem anspruchsvoll: 2.572 Meter Länge, 36 Tore, lange Hochgeschwindigkeitskurven und Sprünge mit großer Belastung für das Knie. Teile der Strecke werden mit mehr als 130 km/h gefahren.

Trotz der Verletzung fühlt sich Vonn nach eigenen Angaben stabil und schmerzfrei. Sie fährt mit einer Schiene und setzte in den vergangenen Tagen auf intensives Training und Regeneration. Ihr Comeback hatte sie erst im Dezember 2024 nach mehr als fünf Jahren Pause gegeben, nachdem ihr zuvor im rechten Knie eine Teilprothese eingesetzt worden war.

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