Im Chaos-Rennen von Crans-Montana war Vonn als sechste Läuferin ins Rennen gegangen, dabei aber schwer zu Sturz gekommen – an genau derselben Stelle, an der zuvor auch bereits Österreichs Nina Ortlieb abflog, unverletzt blieb. Nach drei Stürzen bei sechs gestarteten Läuferinnen entschied sich die FIS-Rennleitung dazu, die Abfahrt abzubrechen.
Nach einem weiten Sprung hatte Vonn der Kompression im sogenannten "Fuchsloch" nicht standhalten können, sie rutschte in den Fangzaun, blieb hängen. Vonn griff sich an ihr linkes Knie, konnte aber selbstständig aufstehen und ins Ziel fahren, dabei übte sie immer wieder Druck auf das linke Bein aus, um selbst zu überprüfen, ob es stabil bleibt. Schmerzen waren der 41-Jährigen aber trotzdem anzusehen gewesen. Nach Vonns Sturz wurde das Rennen umgehend gestoppt und abgebrochen, die 41-Jährige dann per Hubschrauber ins Krankenhaus zur genaueren Abklärung gebracht.
Von dort kam am Freitagabend eine vorsichtige Entwarnung vonseiten des US-Skiverbandes. "Lindsey Vonn stürzte in der Weltcup-Abfahrt von Crans Montana und verletzte sich dabei ihr linkes Knie. Aber ihr Olympia-Traum ist noch nicht vorbei", teilte der Verband mit, ohne ins Detail zu gehen. Das deutet zumindest nicht auf eine schwere Verletzung hin.
Vonn selbst meldete sich ebenso zu Wort: "Ich bin heute in der Abfahrt gestürzt und habe mir mein linkes Knie verletzt. Ich bespreche die Situation mit meinen Ärzten und mit meinem Team und werde weitere Tests durchführen. Das ist ein sehr schwieriges Ergebnis, eine Woche vor den Olympischen Spielen. Aber wenn ich weiß, wie etwas geht, dann wie ein Comeback funktioniert", so Vonn, die betonte: "Mein Olympia-Traum ist noch nicht vorbei."
Allerdings beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Bereits am 8. Februar, also in neun Tagen, steht die Olympia-Abfahrt auf der Tofana auf dem Programm. Vonn, Führende im Abfahrts-Weltcup, gilt da als Topfavoritin. Mit Olympia in Cortina vor Augen gab die US-Amerikanerin im Herbst 2024 nach fünf Jahren Pause und mehreren Knie-OPs am rechten Bein, hier hat Vonn eine Teilprothese im Knie, ihr Weltcup-Comeback. Für den Olympia-Traum holte sich die bereits 41-Jährige den ehemaligen Weltcup-Topläufer Aksel Lund Svindal ins Team.