Coronavirus

Vor Öffnungswochenende leuchtet ganz Österreich rot 

Österreich sperrt am Samstag groß auf. Nahezu alle Corona-Maßnahmen werden dann gekippt, die Infektionszahlen steigen jedoch bereits vorab an. 
Tobias Kurakin
03.03.2022, 18:54

Wolfgang Mückstein wirft das Handtuch. Am Tag an dem Österreich seinen zweiten Gesundheitsminister in der Pandemie verliert, wütet das Coronavirus aber nach wie vor stark. Die Corona-Ampel ist demnach in der ganzen Republik noch immer auf rot gestellt. 

Vorsichtiges Wien als bestes Bundesland

Die zuletzt wieder ansteigenden Infektionszahlen haben die Corona-Kommission dazu veranlasst wieder das gesamte Bundesgebiet als Ort mit "hohem Risiko" zu kennzeichnen. Der Grenzwert zwischen orange und rot liegt Corona-technisch jedenfalls bei 100. Einen Wert, den sich Wien am nächsten mit 105 annäherte. Die Bundeshauptstadt bleibt trotz Österreich-weitem Bestwert bei schärferen Regeln und öffnet nicht das ganze Leben, wie es vor der Pandemie bekannt war, mit Samstag. 

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In Nieder- und Oberösterreich, Burgenland und Salzburg hat sich der Wert im Vergleich zur Vorwoche sogar noch einmal verschlechtert, hier wütet das Coronavirus demnach wieder heftiger. Niederösterreich ist mit einem Wert von 181 aber nach Wien noch immer das am besten dastehende Bundesland. 

Zusätzlich deutlich verbessert, aber noch immer weit entfernt von einer Entwarnung, ist die Lage mittlerweile in Tirol. Die Öffnungsschritte werden jedoch trotz zuletzt höherer Fallzahlen am Samstag durchgezogen. Dann fallen nach zwei Jahren Pandemie fast alle Einschränkungen. 3G und Sperrstunden gehören dann wieder der Vergangenheit an und besonders die Nachtgastronomie kann erstmals nach langer Zeit wieder ihrem gewohnten Geschäft nachgehen. In wenigen Bereichen, wie beispielweise dem Lebensmittelhandel und dem öffentlichen Verkehr, bleibt indes die Maskenpflicht erhalten, die daran erinnern soll, dass die Pandemie dann doch nicht ganz vorbei ist. 

Expertinnen und Experten nennen den breiten Öffnungsschritt jedenfalls riskant. Der Komplexitätsforscher Peter Klimek spricht von einer Gradwanderung und Salzburgs Landessanitätsdirektorin Petra Gruber-Juhasz hätte sich gewünscht, dass die Maskenpflicht auch weiterhin in Geschäften des nicht-täglichen Gebrauchs beibehalten wird.