Vor Polit-Aus schickt Anschober letzte Botschaft

Rudolf Anschober
Rudolf AnschoberTobias Steinmaurer / picturedesk.com
Ein letztes Mal richtet sich Rudolf Anschober als österreichischer Gesundheitsminister an die Bevölkerung. Folgendes hatte er zu sagen.

Zu Beginn der Woche gab der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) seinen Rücktritt bekannt. Bei einer sehr emotionalen "persönlichen Erklärung" sprach Anschober von einer "Überlastungssituation". Er erzählte von einem Kreislaufkollaps vor knapp einem Monat und einem weiteren vor etwa zwei Wochen. 

"Ich bin überarbeitet und ausgepowert", gestand der Minister sich und auch der österreichischen Bevölkerung.

In seinen 14 Monaten im Amt habe er "versucht, alles zu geben –mit aller Kraft", so Anschober. "Ich habe seit 14 Monaten praktisch durchgearbeitet. Ich habe mich ganz offensichtlich überarbeitet", führte er weiter aus. Er fühle sich schlicht und einfach "nicht mehr fit, mir ist zunehmend die Kraft ausgegangen." Ganz offen berichtete Anschober über seine gesundheitlichen Probleme: Beginnender Tinnitus, steigende Zucker- und Blutdruckwerte, Kreislaufschwäche und Kollaps mit anschließendem Spitalsaufenthalt.

"Danke und auf Wiedersehen"

Nachdem er sich schon im Rahmen seiner Rede - mit den Tränen kämpfend - bedankt hatte, erreicht die Österreicher am Sonntagabend eine weitere Danksagung in den sozialen Medien - und ein "Auf Wiedersehen". Auf Twitter und Facebook meldete er sich mit folgender Botschaft zu Wort:

 "Heute enden für mich in Summe fast 18 Jahre Regierungsarbeit. Eure Reaktion war in den letzten Tagen phänomenal - und gibt mir viel Kraft: Zehntausende Mails und Briefe, zehntausende Likes, ein kleines Blumenmeer - DANKE & AUF WIEDERSEHEN!"

Dabei dürfte es sich aber nicht nur um einen politischen Abschied handeln. Vor einigen Tagen kündigte Anschober auf Twitter nämlich an, ebenso eine "Twitter-Pause" einzulegen, um sich voll und ganz seiner Gesundheit widmen zu können. Schließlich wolle er in den kommenden Wochen "wieder ganz gesund werden". 

Mückstein nimmt Anschobers Platz ein

Prompt wurde auch klar, wer an Anschobers Stelle treten würde: Wolfgang Mückstein. Er ist ein Wiener Allgemeinmediziner und Leiter des Primärversorgungszentrums Medizin Mariahilf. In der Wiener Ärztekammer fungiert er als Referent für Gruppenpraxen und neue Organisationsformen. Seine Angelobung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum neuen Gesundheitsminister – und damit Rudolf Anschobers Nachfolger –findet am morgigen Montag statt.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account sm Time| Akt:
PolitikÖsterreichRudolf AnschoberRücktritt

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen