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Vorbild USA? Bayern-Boss fordert Gehaltsobergrenze

Der Fußball-Markt spielt verrückt. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wünscht sich daher eine Gehaltsobergrenze.
Heute Redaktion
13.09.2021, 23:34

222 Millionen Euro Ablöse! Der Neymar-Deal von PSG stellte diesen Sommer alles bisher Gesehene in den Schatten. Die geforderten Ablösesummen der Klubs werden immer höher. Die Superstars kassieren bei den reichsten Klubs der Welt astronomische Gehälter.

Die Kluft zwischen arm und reich klafft indes immer weiter auseinander. Das ist der Spannung nicht förderlich und birgt Gefahren. Geht das verrückte Millionen-Wettbietet in dieser Tonart weiter, könnte die Blase des europäischen Fußballmarktes in absehbarer Zeit platzen.

So sehen es nicht nur Fußball-Romantiker, sondern inzwischen auch Big Player der Szene. Karl-Heinz Rummenigge ist Boss des FC Bayern, Liga-Krösus in Deutschland. Er beobachtet die jüngsten Transferereignisse mit großer Besorgnis, fordert nun ein Einlenken.

Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verriet er, dass er sich für eine Gehaltsobergrenze ausspreche. "Ich hatte schon Kontakt zum neuen UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin und habe den Eindruck, dass er einen neuen Versuch bei der EU-Kommission starten will. Ich glaube, nach dem Fall Neymar könnte die Bereitschaft dazu in der EU wieder größer sein."

Vorbild USA?



Als Beispiel nennt Rummenigge die großen US-Sportarten. Es erscheint allerdings nicht realistisch, dass er tatsächlich ein ähnliches System anstrebt. In US-Ligen wie der NHL (Eishockey) oder der NBA (Basketball) gibt es einen sogenannten Salary Cap, also eine Gehaltsobergrenze. Allerdings sind diesen Ligen Ablösesummen gänzlich fremd. Nachwuchsspieler können ebenfalls nicht, wie im Fußball üblich, schon in jungen Jahren von der Konkurrenz abgeworben werden, sondern werden durch das Draft-System fair verteilt.

Serienmeistertitel sind in diesem System schwer möglich und oft nur ein Ausgleich einer vorhergehenden Schwächeperiode. Seinen Status als Marktführer will Rummenigge wohl kaum gefährden. Wie er sich eine Obergrenze konkret vorstellt, bleibt daher offen. (Heute Sport)

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