Nächster Slalom-Showdown! Heute (15/18 Uhr, live ORF1) steigt das Nightrace von Zagreb (Kro). Marlies Schild kämpft um den vierten Saisonsieg, ihren 25. im Slalom insgesamt. Mit Vreni Schneider (34 Siege) war im Ski-Weltcup nur eine Läuferin im Stangenwald besser. Heute sprach mit der 46-jährigen Schweizerin über Rekorde und Rückschläge.
Frau Schneider, wird Marlies Ihre Rekordmarke knacken?
Ja, sie schafft das. Marlies ist fantastisch. Wie sie nach der Verletzung zurückkam - großartig! Wissen Sie: Es stört mich nicht, dass sie die Rekordmarke brechen wird, ganz im Gegenteil.
Spricht da ein Schild-Fan?
Als Marlies in Courchevel diesen Traumlauf fuhr, hatte ich Tränen in den Augen. Ich freute mich für sie und musste an meinen Vater denken, der vor Kurzem starb. Er war ein noch größerer Fan von ihr als ich.
Ihr Vater galt nach dem frühen Tod Ihrer Mutter als ganz spezielle Bezugsperson für Sie.
Ich wünsche mir, dass ich seinen Tod überwinde. Derzeit fällt mir das noch sehr schwer.
Fahren Sie noch viel Ski?
Ich arbeite in meiner Skischule. Mehr lässt die Zeit nicht zu. Ich bin Hausfrau und habe zwei Buben. Die Weltcuprennen verfolge ich vor dem Fernseher.
Ist es heute schwieriger, Seriensiege zu feiern, als zu Ihrer Zeit?
Ich denke schon. Zu meiner Zeit hatten wir noch kleine Hügel im Lauf. Ich konnte mir Schnitzer leisten und gewann am Ende trotzdem noch.
Erich Elsigan