Bei der virtuellen Hauptversammlung von Volkswagen in München blies Konzernchef Oliver Blume massiver Gegenwind entgegen. Trotz des Lobs für das Ende seiner Doppelrolle als Porsche- und VW-Chef zeigten sich Aktionäre zutiefst unzufrieden mit der Entwicklung des Konzerns.
"Diese Ergebnisentwicklung ist kein Zufall", kritisierte Hendrik Schmidt vom Fondsanbieter DWS. "Sie ist Ausdruck eines Systems, in dem Kontrolle, Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit nicht funktionieren." Der Gewinneinbruch um fast die Hälfte im vergangenen Jahr sei ein Alarmsignal.
Wie heise.de berichtet, warnte Tanja Bauer vom Fondsanbieter Deka Investment vor einem schleichenden Abstieg - und verwies auf den Bundesliga-Abstieg des VfL Wolfsburg als warnendes Beispiel.
VW-Chef Blume verteidigte seinen Kurs: "2026 haben sich die Rahmenbedingungen der Automobilindustrie nochmals verschärft. Unsere Lage ist angespannt und anspruchsvoll." Beim geplanten Abbau von konzernweit 50.000 Stellen bis 2030 liege VW im Plan.
Allein bei der Kernmarke, wo 35.000 Stellen wegfallen sollen, werde sich die Belegschaft bis Ende 2026 um 19.000 reduzieren. 28.000 freiwillige Austritte seien bereits fest vereinbart. Die Fabrikkosten an den deutschen VW-Standorten seien 2025 um mehr als 20 Prozent gesunken.
Blume bekräftigte seine Pläne zum Abbau von Überkapazitäten: Bis 2030 soll die Kapazität der europäischen Werke um weitere 500.000 Fahrzeuge sinken - zusätzlich zum bereits laufenden Abbau um eine Million Fahrzeuge bis 2028. Auch in China sollen ebenso viele Kapazitäten wegfallen.
"Wir benötigen wettbewerbsfähige Kosten, um im Wettbewerb zu bestehen", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. "Jetzt kommt der Wettbewerb aus China nach Europa und baut im Osten und Süden Europas neue effiziente Werke. Dagegen können wir nicht mit unterausgelasteten Fabriken bestehen."
Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch (75) soll für weitere fünf Jahre gewählt werden. Seine Wahl gilt als sicher, da Großaktionär Porsche SE mehr als 50 Prozent der Stimmrechte hält.