Der harte Konkurrenzkampf am chinesischen Markt und die US-Zölle machen dem Wolfsburger Autoriesen Volkswagen weiter schwer zu schaffen. Im ersten Quartal von Jänner bis März ist der Gewinn des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um 28,4 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro gefallen, wie VW am Donnerstag bekanntgegeben hat. Auch der Umsatz ist um 2,5 Prozent auf 76 Milliarden Euro zurückgegangen.
Volkswagen hat in diesen drei Monaten rund zwei Millionen Fahrzeuge verkauft – das sind etwa sieben Prozent weniger als im ersten Quartal 2025. Finanzvorstand Arno Antlitz betonte, Volkswagen habe im ersten Quartal auch "weitere Fortschritte erzielt": Der Auftragseingang in Europa sei besser geworden, die China-Strategie des Konzerns mache Fortschritte und die Kosten seien um fast eine Milliarde Euro gesenkt worden. Trotz dieser Erfolge liege die Marge aber weiterhin "auf viel zu niedrigem Niveau".
Antlitz erklärte, die Welt habe sich in den vergangenen eineinhalb Jahren "deutlich verändert": Zölle seien dazugekommen, der Wettbewerb in China werde immer härter und chinesische Anbieter bringen immer mehr Konkurrenz nach Europa. "In diesem Umfeld reichen die geplanten Kostensenkungen nicht aus. Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend verändern und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erzielen."
Volkswagen will in den nächsten Monaten die Kostenstruktur der Fahrzeuge verbessern, die Kosten "deutlich" senken, die Effizienz der Werke steigern und die Entwicklung von Technologien sowie die Entscheidungsfindung beschleunigen. Volkswagen-Chef Oliver Blume sagt, VW werde Produkte, Technologien und Wertschöpfung "noch regionaler" ausrichten.
Schon im vergangenen Jahr ist der Gewinn von Europas größtem Autobauer fast um die Hälfte eingebrochen. Mit 6,9 Milliarden Euro lag der Betrag auf dem niedrigsten Stand seit dem Dieselskandal 2016. Um Kosten zu sparen, will VW bis 2030 insgesamt 50.000 Arbeitsplätze abbauen.