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Schimpfte Wiener Polizei Innsbruck-Fans "Woame"?

Heute Redaktion
13.09.2021, 19:40

"Ihr Woamen ghört zsammghaut", sollen Polizisten Fans von Innsbruck beim Auswärtsspiel bei Rapid gerufen haben. Wünschten die Beamten eine Eskalation?

Es sind schwerwiegende Vorwürfe, die von der Faninitiative Innsbruck nach der Auswärtspartie von Wacker beim SK Rapid am Sonntag erhoben werden.

Als die Innsbrucker im Vorfeld der Partie gemeinsam zum Stadion marschierten, sollen sie von der Wiener Polizei beschimpft und attackiert worden sein. "Eine Gruppe von BeamtInnen stürmte in den vorderen Teil der Gruppe und versuchte, wild um sich schlagend, einzelne Personen herauszuziehen. Nur das solidarische Verhalten aller Wacker-Fans verhinderte hier Schlimmeres", schreibt die Faninitiative in einer Mitteilung auf Facebook (gesamtes Posting folgt unten). "Dass eine Eskalation um jeden Preis gewünscht war, spürte man ab diesem Zeitpunkt deutlich."

Doch damit nicht genug. Auch beim Einlass in das Allianz Stadion soll die Polizei unter Mithilfe des Ordnerdienstes von Rapid die Kontrollen mit Absicht solange hinaus gezögert haben, dass die Fans nicht mehr rechtzeitig ins Stadion kommen konnten. Ein Umstand, der auch der Rechtshilfe Rapid nicht verborgen blieb. "Es wurde längst zur traurigen Normalität: Wien und insbesondere das @Weststadion sind für beachtenswerte Fanszenen definitiv keine Reise wert. Sowohl der @skrapid als auch die Polizei behandeln Gäste scheiße", hielt die Rechtshilfe Rapid auf Twitter fest.

Innsbrucker Fans berichten zudem von Provokationen der Polizei. Nachdem die Wacker-Anhänger in der 35. Minute des Bundesligaspiels in den Auswärtssektor stürmten, Böller und Rauchbomben "aus Protest" zündeten, sollen sie von Beamten mit dem homophoben Spruch "Ihr Woamen ghört zammghaut" außerhalb des Stadion empfangen worden sein. Videoaufnahmen sollen dies belegen, die Innsbrucker Fans wollen sie aus Angst vor weiteren Repressalien der Polizei in der Zukunft aber nicht veröffentlichen.

Auf Anfrage der Tageszeitung "Standard" sprach die Wiener Polizei zunächst von einem "zufriedenstellenden Einsatz", ehe sie einen Tag später aber mitteilte, dass sie die schweren Vorwürfe der Faninitiative Innsbruck aber noch einmal überprüfen will. Sobald dies geschehen ist, soll eine ausführliche Stellungsnahme folgen.

(Heute Sport)

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