Bei einer österreichweiten Schwerpunktaktion gegen illegalen Waffenschmuggel ist in Tirol eine Person festgenommen worden. Die koordinierte Aktion fand am vergangenen Mittwoch entlang bekannter Schmuggelrouten statt und wurde von der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) geleitet.
Im Zuge der Kontrollen überprüften die Einsatzkräfte insgesamt 40 Personen und deren Gepäck, außerdem wurden 67 Fahrzeuge durchsucht. Eine Person wurde dabei in Tirol festgenommen. Der bundesweite "Joint Action Day" zur Bekämpfung des internationalen illegalen Waffenhandels wurde gemeinsam mit allen neun Landesämtern Staatsschutz und Extremismusbekämpfung sowie dem Finanzministerium durchgeführt.
Nach der Festnahme in Tirol folgten drei Hausdurchsuchungen im Bundesland sowie eine weitere im Burgenland. In Tirol stellten die Behörden zwei Waffen der Kategorie B sowie zwei Schusswaffen der Kategorie C sicher. Gegen die festgenommene Person wurde zudem ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.
Auch im Burgenland wurden die Ermittler fündig: Dort entdeckten sie eine Schusswaffe der Kategorie B sowie mehrere NS-Devotionalien. Unterstützung erhielt der Verfassungsschutz bei dem Einsatz von Kräften der Bereitschaftseinheit, einer Diensthundeeinheit und einem sprengstoffkundigen Organ.
Nach Angaben des Innenministeriums wurden in den vergangenen Jahren europaweit wiederholt gefälschte Glock-Pistolen sichergestellt. Diese seien über internationale Schmuggelrouten durch kriminelle Organisationen nach Europa gebracht worden. Zudem bestehe ein weiteres Netzwerk für den Schmuggel von Schusswaffen über die Balkanroute.
Durch engere wirtschaftliche Verflechtungen und zunehmende Mobilität würden sich die regionalen, nationalen und internationalen Strukturen des illegalen Waffenhandels immer stärker überschneiden, hieß es aus dem Ministerium. Ziel des koordinierten Aktionstags sei es daher, illegale Handelsströme aufzudecken, zu unterbrechen und Waffenhändler konsequent zu verfolgen.