Bereits fünf Todesopfer

Traurige Drogen-Serie – jetzt auch Schülerin (14) tot

In Innsbruck spitzt sich die Lage in der Drogenszene zu: Fünf Todesfälle in wenigen Wochen – nun ist auch eine 14-Jährige gestorben.
Newsdesk Heute
17.04.2026, 16:49
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Fünf Tote innerhalb weniger Wochen: In Innsbruck sorgt eine Serie von Todesfällen in der Drogenszene für große Besorgnis. Nun ist auch ein 14-jähriges Mädchen gestorben.

Am vergangenen Mittwoch stellte der Amtsarzt in einer Wohnung im Stadtteil Dreiheiligen den Tod der Jugendlichen fest. Sie ist bereits das fünfte Opfer seit Ende Februar. Zuvor waren zwei Mädchen (13 und 16 Jahre) sowie zwei Männer (24 und 28) im Umfeld der Suchtgiftszene ums Leben gekommen, wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet.

"Alle drei Mädchen haben sich gekannt", sagt Klaus Kapelari, Ärztlicher Leiter des Kompetenzzentrums Gewaltschutz. "Sie waren in der gleichen Clique." Diese Gruppe ist auch bei der Polizei wegen exzessiven Drogenkonsums bekannt.

Obduktion soll Klarheit bringen

Ob die 14-Jährige an Drogen starb, ist noch unklar. "Es wurde eine Obduktion angeordnet", erklärt Staatsanwaltschafts-Sprecher Florian Oberhofer: "Da ist in so einem Fall obligatorisch." Ergebnisse werden erst in einigen Wochen erwartet, da auch toxikologische Untersuchungen notwendig sind.

Die Serie begann am 28. Februar mit dem Tod einer 16-Jährigen. Es folgten ein Bekannter des Mädchens (4. März), ein 28-Jähriger (8. März) und am 10. März eine 13-Jährige. Sie war mit der 16-Jährigen befreundet; beide hatten sich in der Haller Psychiatrie kennengelernt. Laut Gutachten starb die 13-Jährige nach dem Konsum mehrerer Substanzen, darunter Kokain, Opiate und Psychopharmaka.

Vorwürfe schwerer Ausbeutung

Kapelari warnt vor gezielter Ausbeutung junger Mädchen: "Zuerst erhalten die Opfer günstig Drogen, dann werden dafür einschlägige Fotos verlangt." Später müssten sie den Konsum teils mit sexuellen Gefälligkeiten bezahlen. Aussagen seien selten: "Die Polizei erhält von den Opfern kaum verwertbare Aussagen. Die ohnehin sehr verletzlichen Mädchen haben Angst, kein Suchtgift mehr zu erhalten. Außerdem werden sie auch bedroht."

Als Drehscheibe gilt laut Angehörigen weiterhin der Innsbrucker Hauptbahnhof – dort sei jederzeit an illegale Substanzen zu kommen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.04.2026, 17:45, 17.04.2026, 16:49
Jetzt E-Paper lesen