Pasterze zerfällt

Wahrzeichen der Alpen nur mehr ein "trauriges Relikt"

Der größte Gletscher Österreichs ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Das Eis schmilzt schneller weg, als Wanderwege verlängert werden können.

Roman Palman
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    Kaum noch zu sehen: Die zusammengeschmolzene Pasterze im Hintergrund des Sander Sees.
    Kaum noch zu sehen: Die zusammengeschmolzene Pasterze im Hintergrund des Sander Sees.
    Alpenverein/V. Raich

    Vor mehr als 40 Jahren erschien mit "Gletscherweg Pasterze" ein naturkundlicher Führer zum Themenwanderweg durch das Gletschervorfeld. Jetzt erschien eine aktualisierte Neuauflage, die die dramatischen Veränderungen in den Alpen in aller Deutlichkeit ans Licht bringt.

    An das Eis der Pasterze selbst reicht der neue Gletscherweg, der für die Beschreiter eine Zeitreise des Gletscherrückgangs seit Mitte des 19. Jahrhunderts, inzwischen nicht mehr heran. Diese "Verfolgungsjagd" hat der betreuende Alpenverein aufgeben müssen. Zu schnell schmilzt der im Jahr 2024 noch größte Gletscher Österreichs dahin.

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      So kennt kein lebender Mensch mehr die Pasterze. Die Farblithographie entstand um <strong>1880</strong> und zeigt den riesigen Gletscher und das Glocknerhaus.
      So kennt kein lebender Mensch mehr die Pasterze. Die Farblithographie entstand um 1880 und zeigt den riesigen Gletscher und das Glocknerhaus.
      akg-images / picturedesk.com

      Pasterze zerfällt

      "Die aktuelle Neuauflage von 2024 erscheint in einer Zeit, in der der Klimawandel ein bedrohendes Ausmaß erreicht, ein wirkliches Umdenken aber noch immer nicht erkennbar ist", konstatiert Liliana Dagostin, Naturschutz-Leiterin des Alpenvereins.

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        Die Pasterze wurde am 5. September 2023 mit kirchlichen Würden und einem Sarg aus Eis symbolisch zu Grabe getragen.
        Die Pasterze wurde am 5. September 2023 mit kirchlichen Würden und einem Sarg aus Eis symbolisch zu Grabe getragen.
        Johann Groder / EXPA / picturedesk.com

        Die Pasterze – bisher ein viel besuchtes Wahrzeichen der Alpen – sei nicht nur im Rückzug, sondern im Zerfall begriffen. Sie werde längst nur mehr als "trauriges Relikt ihrer selbst" wahrgenommen und nicht als die imposante Eislandschaft, die sie vor wenigen Jahrzehnten noch gewesen ist, beklagt Dagostin.

        Über den Gletscherweg Pasterze

        Der Themenwanderweg durch das Gletschervorfeld der Pasterze am Fuße des Großglockners wurde 1983 vom Österreichischen Alpenverein initiiert und seither betreut. Bereits 2004 folgte eine erste umfassende Überarbeitung des naturkundlichen Führers aufgrund der schon damals markanten Veränderungen durch den Klimawandel.

        Der Gletscherweg selbst ist ein hochalpiner Steig mit Schwierigkeit "rot". Für die Begehung ist daher gute gesundheitliche Konstitution und Kondition sowie passende Bergwanderausrüstung unabdingbar. Die reine Gehzeit zwischen den einzelnen Haltepunkten beträgt zwischen 10 und 25 Minuten, bzw. 2 ½ Stunden für den gesamten Weg.

        Die Bilder des Tages

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          Letzte Generation

          Auf den Punkt gebracht

          • Der "Gletscherweg Pasterze" war einst ein beliebtes Wahrzeichen der Alpen, doch die dramatischen Veränderungen in der Region haben dazu geführt, dass der Pfad nicht mehr bis zum Gletscher reicht
          • Der Alpenverein musste die "Verfolgungsjagd" des Gletscherrückgangs aufgeben, da der größte Gletscher Österreichs zu schnell schmilzt
          • Die Neuauflage des naturkundlichen Führers aus dem Jahr 2024 verdeutlicht die bedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Pasterze, die nun als "trauriges Relikt ihrer selbst" betrachtet wird
          rcp
          Akt.