Schwere Stürze

Wanderer vertraut auf App – Er stürzt 40 Meter ab

Unglücksserie im Bezirk Gmunden: Zwei junge Männer orientierten sich bei Bergtouren an Apps. Beide gerieten auf unmarkierte Routen und stürzten ab.
Oberösterreich Heute
06.08.2026, 11:07
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Wander-Apps versprechen Orientierung am Berg – doch sie ersetzen weder Markierungen noch Erfahrung. Im Bezirk Gmunden endeten jetzt binnen zwei Tagen zwei Touren auf nicht gekennzeichneten Routen mit dramatischen Rettungseinsätzen.

Route war nicht markiert

Der erste Unfall passierte am Dienstag: Eine Tour aus der Wander-App wurde für einen 19-Jährigen aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung zum Verhängnis. Am Vormittag war er vom Taferlklaussee über den Spielberg in Richtung Brunnkogel unterwegs.

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Doch die Route durch das Höllengebirge hat es in sich: Sie ist nicht markiert und wird laut Polizei kaum oder gar nicht begangen. Im Bereich des Spielbergs kletterte der junge Mann über einen schroffen Felsvorbau.

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19-Jähriger stürzte 40 Meter ab

Bald war klar: Das Gelände war zu schwierig. Der 19-Jährige drehte um – dann brach plötzlich ein Griff aus. Der Wanderer stürzte rund 40 Meter in die Tiefe und blieb verletzt liegen.

Die schlechte Netzverbindung machte die Notlage noch dramatischer. Trotzdem gelang es ihm, einen Notruf abzusetzen und seine ungefähre Position durchzugeben. Nach kurzer Suche entdeckte ihn die Besatzung eines Notarzthubschraubers, barg ihn per Tau und flog ihn ins Krankenhaus.

Auch Niederländer (24) nutzte App

Nur einen Tag später der nächste Unfall im Bezirk Gmunden: Ein 24-jähriger Niederländer brach am Mittwoch gegen 7.45 Uhr vom Parkplatz Echerntal in Hallstatt zum Wiesberghaus auf. Nach einer kurzen Rast wählte er für den Rückweg den Abstieg über den Vorderen Hirlatz – zur Navigation nutzte er laut eigenen Angaben eine App.

Auf dem unmarkierten Steig verlor der Wanderer auf rund 740 Metern Seehöhe den Halt. Er überschlug sich rund 50 Meter weit durch felsdurchsetztes Gelände. Die Bergretter fanden den Niederländer schwer verletzt, aber ansprechbar.

Dann bremste auch noch eine Gewitterzelle die Rettung: Der Notarzthubschrauber musste rund 15 Minuten mit dem Start warten. Der Verletzte wurde inzwischen versorgt und in einer Vakuummatratze stabilisiert. Nach dem Einsatz von Seilwinde und Flugretter sowie einer Zwischenlandung auf der Badeinsel in Hallstatt wurde der 24-Jährige ins Klinikum Schärding geflogen.

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