Alle Einsatzkräfte und Bürger würden aufgefordert, wachsam zu bleiben und sich sofort an einen sicheren Ort zu begeben, erklärte die Polizei am Freitag. Es lägen Informationen vor, wonach auf der tibetischen Seite Wasser aus einem See ausgetreten sei, der durch den Gletscherabbruch entstanden sei. Dieser hatte die verheerende Sturzflut mit hunderten Toten am Mittwoch ausgelöst.
Chinas Präsident Xi Jinping leitete am Freitag eine Sitzung zu den Rettungsmaßnahmen in Tibet. "Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um vermisste Personen im In- und Ausland zu suchen und zu retten", sagten Vertreter des Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.
Es gebe noch "viele versteckte Gefahren durch Gletscher, Eisseen und geologische Katastrophen", die Rettungsarbeiten stünden vor großen Schwierigkeiten, zitierte Xinhua die Vertreter. China ziehe Nothilfe für Nepal sowie eine internationale Zusammenarbeit bei den Hilfsmaßnahmen in Erwägung.
Am Mittwoch war eine riesige Sturzflut aus Wasser, Schlamm und Geröll fast 170 Kilometer weit entlang zweier Flüsse durch Nepal geströmt und hatte dabei ganze Ortschaften mitgerissen. Ursache war nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS offenbar ein Gletscherabbruch. Auch die autonome Region Tibet im Nachbarland China war von der Katastrophe betroffen.
Nach Angaben der nepalesischen Polizei kamen mindestens 469 Menschen ums Leben. Hunderte Menschen wurden noch vermisst, darunter zahlreiche Ausländer.