Für Autofahrer ist die Sache beim Tanken klar: Zapfpistole rein, Tank voll. Bei Motorradfahrern sieht das anders aus - und sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen. Viele Biker bleiben beim Tanken im Sattel sitzen. Der Grund: Die Tanköffnung liegt oben, und wenn das Motorrad auf dem Seitenständer steht, neigt es sich. Dadurch lässt sich weniger Sprit einfüllen.
Wer sitzen bleibt, kann das Motorrad mit den Beinen gerade halten und besser dosieren, so die Argumentation vieler Fahrer. Eine gesetzliche Pflicht zum Absteigen gibt es tatsächlich nicht.
Allerdings verbieten manche Tankstellen das Sitzenbleiben per Hausrecht, wie CHIP berichtet. Bei Shell gilt seit August 2010 die Regel, dass Motorradfahrer absteigen müssen. "Sicherheit hat bei uns die höchste Priorität", erklärt das Unternehmen gegenüber dem Portal.
Bei Aral-Tankstellen gibt es zwar kein direktes Verbot, aber eine klare Empfehlung. "Das Absteigen vom Motorrad reduziert Risiken beim Tanken und ermöglicht im Notfall eine schnellere Reaktion", so ein Sprecher.
Der Hintergrund: Bereits geringe Mengen verschütteten Kraftstoffs können entzündliche Dämpfe freisetzen. Wenn tatsächlich ein Brand ausbricht, wird die Flucht durch das Sitzen auf dem Motorrad erschwert. Die Flammen können schnell auf die Kleidung übergreifen, da der Fahrer direkt über dem offenen Tank sitzt.
Biker sollten also beim nächsten Tankstellenbesuch darauf achten, ob entsprechende Hinweisschilder angebracht sind - und im Zweifelsfall lieber absteigen.