"Christoph Baumgartner", antwortete ServusTV-WM-Experte Florian Klein vor einigen Tagen auf meine Frage im Wiener Prater, welcher ÖFB-Spieler bei der WM bei Teamchef Ralf Rangnick gesetzt ist und nur schwer zu ersetzen wäre. Jetzt ist dieses Horror-Szenario eingetreten.
Die Diagnose am Dienstagvormittag ist ein Schock für Österreichs Nationalteam: Baumgartner fällt mit einer Oberschenkelverletzung für die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko aus. Beim Aufwärmen vor dem Tunesien-Test verletzte sich der 40-Millionen-Mann am Hüftbeuger.
Für Teamchef Ralf Rangnick ist das weit mehr als nur der Ausfall eines Stammspielers – der 26-Jährige zählt zu den wichtigsten Akteuren im aktuellen ÖFB-Team.
Baumgartner wäre mit dem Selbstvertrauen seiner bisher besten Saison zur WM geflogen. Für RB Leipzig erzielte der Niederösterreicher in der abgelaufenen Spielzeit 13 Tore und präsentierte sich so torgefährlich wie nie zuvor. Genau diese Qualitäten hätten Österreich bei der Endrunde helfen sollen.
Der Offensivspieler ist im Rangnick-System eine Schlüsselfigur und weit mehr als nur ein Torschütze. Er verbindet Mittelfeld und Angriff, setzt das Pressing um, erkennt Räume und ist regelmäßig an entscheidenden Aktionen beteiligt. Seine Vielseitigkeit macht ihn für Gegner schwer auszurechnen – und ist für Österreich nahezu unersetzbar.
"Heute"-Experte Aleks Dragovic sagte mir zuletzt: "Er ist der Schlüsselspieler in unserer Offensive. ,Baumi' hat bei den meisten ÖFB-Toren seine Beine oder auch den Kopf im Spiel. In dieser Saison hat er einen Schritt gemacht, ist er noch torgefährlicher geworden."
Dragovic sprach davon, dass die Weltmeisterschaft für Baumgartner eine Mega-Chance sei. "Er ist am Sprung zu einem größeren Klub als Leipzig. Die Fußball-WM ist ein perfektes Sprungbrett."
Nun muss Baumgartner diesen Tiefschlag wegstecken. Und Rangnick zwei Tage vor der Abreise eine neue Lösung finden.
Wer den Offensivmann ersetzen soll, ist offen. Gegen Tunesien zeigten mit Sasa Kalajdzic und Carney Chukwuemeka zwei Joker auf.
Klar ist: Einen Spieler mit Baumgartners Profil hat Österreich derzeit kein zweites Mal im Kader.