Sport

Warum die Stars beim ÖFB keine Chance hätten

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:51

- Skandal: Die heimische Trainerausbildung bevorzugt Ex-Profis, ambitionierte Quereinsteiger blitzen ab - BW-Linz-Erfolgscoach Thomas Weissenböck klagt an: Ich weiß nicht, was ich noch mehr machen soll

Wer in Österreich eine Bundesliga-Mannschaft betreuen will, benötigt dafür die „UEFA-Pro-Lizenz“. Dieser bei uns höchste Trainerkurs wird vom ÖFB durchgeführt und hat klare, aber skurrile Selektionsrichtlinien. Konkret: Für die Beurteilung werden 100 Punkte vergeben.

Allein 20 gibt es für eine zurückliegende Profikarriere, weitere 20 für eine bereits gestartete Trainerlaufbahn. Ein klarer Vorteil für Ex-Profis, die aufgrund ihres Namens auch schneller einen Trainerjob finden und so mit einem Schlag auf 40 Punkte mehr kommen als Nicht-Ex-Profis. Ein Vorsprung, den erfolgreiche „Quereinsteiger“ wie Linz-Coach Thomas Weissenböck (kickte in der Regionalliga, war dann Trainer im Nachwuchs) nicht mehr aufholen können.

„Ich wurde zwei Mal abgelehnt und weiß nicht mehr, was ich dort erzählen soll“, klagt er im „Heute“-Gespräch. „Ich habe schon überlegt, die Ausbildung in Deutschland zu machen. Aber der zeitliche Aufwand wäre zu groß.“ Bitter für ihn: 14 von heuer 14 verfügbaren Plätzen sind von Ex-Profis belegt.

Während Weissenböck also in der Warteschleife hängt, hatten prominentere Kollegen Glück. Reals Jose Mourinho, Chelseas Andre Villas-Boas oder Dortmunds Jürgen Klopp kickten alle nicht erstklassig – mussten ihre Trainer-Prüfung aber nicht in Österreich ablegen.

Klaus Pfeiffer und Gerald Schwab 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen