Mit ihrer Rede hat Melania Trump eine neue Dynamik in die Causa Epstein gebracht und das Rampenlicht auf sich und ihren Ehemann gezogen. Die ehemalige First Lady wies jede Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschieden zurück. Sie drohte zudem mit rechtlichen Schritten, falls weiterhin Unwahrheiten über sie verbreitet werden.
Der Zeitpunkt ihres Statements wirft Fragen auf: Bisher spielte Melania im Zusammenhang mit den Epstein-Ermittlungen keine Rolle. Wie "20 Minuten" berichtet, vermuten Beobachter, dass sie mit ihrem Auftritt möglichen Enthüllungen zuvorkommen wollte. Denn Melania verband ihre Aussagen mit einer klaren Warnung an jene, die versuchen, ihren Ruf zu beschädigen. Jon Favreau, ein bekannter US-Podcaster, schrieb auf X: "Okay, wer wird nun die Melania/Epstein-Story veröffentlichen, der sie gerade zuvorkommen wollte?" Auch andere Stimmen im Netz schlugen in die gleiche Kerbe.
In ihrer etwa sechsminütigen Erklärung dementierte Melania Trump auch eine engere Beziehung zu Ghislaine Maxwell, der engen Vertrauten von Epstein. "Meine E-Mail-Antwort an Maxwell kann nicht als mehr als eine lockere Korrespondenz eingestuft werden", so die First Lady. Auf Details ging sie dabei nicht ein.
Der Auftritt der First Lady passt so gar nicht zur bisherigen Taktik des Weißen Hauses. Bislang hatte man zum Epstein-Skandal meist geschwiegen oder versucht, das Thema herunterzuspielen – besonders, wenn es um Donald Trump ging. In den vergangenen Monaten wollte man den Präsidenten so weit wie möglich aus der Affäre heraushalten.
Donald Trump und seine Sprecherin betonten immer wieder, dass man sich auf die wirklich wichtigen Themen im Land konzentrieren solle. Die US-Regierung warf den Demokraten sogar vor, den Epstein-Skandal als politisches Manöver gegen Trump zu missbrauchen. Mit Melanias Auftritt rückt die Affäre nun aber erneut ins Zentrum – und auch Donald Trump steht wieder im Fokus.
Donald Trump selbst hatte sich lange Zeit gegen die Veröffentlichung der Ermittlungsakten im Fall Epstein gewehrt, obwohl er während des Wahlkampfes genau das gefordert hatte. Das sorgte für viele Spekulationen. Trump und Epstein kannten einander – was an sich noch nichts heißen muss. Erst nach Druck aus dem Kongress unterschrieb Trump schließlich das Gesetz zur Veröffentlichung der Akten.