Warum sogar Robinho hier für Erdogan salutiert

Irfan Can Kahveci salutiert, auch Robinho macht mit.
Irfan Can Kahveci salutiert, auch Robinho macht mit.Bild: picturedesk.com/APA

Der Wolfsberger AC verlor 0:1 bei Basaksehir. Der Salut-Torjubel sorgt für Aufregung. Sogar Brasiliens ehemaliger Superstar Robinho machte die politische Geste.

In der 78. Minute traf Irfan Kahveci im Europa-League-Spiel gegen den Wolfsberger AC zum 1:0. Es sollte der Siegestreffer bleiben. Die Kärntner verloren in Istanbul ihr erstes Gruppenspiel, bleiben nach dem Sieg in Gladbach (4:0) und dem Remis gegen die Roma (1:1) im Rennen um den Aufstieg.

Das Bild des Spiels: Der Torjubel der Türken. Kahveci und seine Kollegen stellten sich in einer Reihe auf und salutierten. Das haben wir schon von den türkischen Nationalspielern in der EM-Quali gesehen.

Es handelt sich um eine politische Geste, durch die Uefa eigentlich verboten. Der Salut ist ein Militärgruß. Er richtet sich an die türkischen Soldaten, die aktuell eine Militäroffensive in Nordsyrien gegen kurdische Truppen durchführen. Kritiker werfen den Fußballern kriegsverherrlichendes Verhalten vor.

Robinho spielt für Erdogan-Geld

Warum macht sogar Brasiliens ehemaliger Wunderkicker Robinho mit? Der 35-Jährige lässt beim türkischen Klub seine Karriere ausklingen. Bezahlt wird er bei Basaksehir durch staatsnahe Geldgeber.

Es ist der Lieblingsklub des umstrittenen türkischen Machthabers Recep Tayyip Erdogan. Also jenes Mannes, der für die Militäroffensive verantwortlich ist. Erdogans Verbindungen zu Basaksehir gehen weit über die eines einfachen Fans hinaus. Er ist Mitbegründer.

Es gibt dichte Verstrickungen zwischen Politik und Klub. Zwei plakative Beispiele: Vereins-Präsident Göksel Gümüsdag ist mit Erdogans Nichte verheiratet. Namenssponsor Medipol ist eine Krankenhauskette, die Erdogans Gesunheitsminister und Leibarzt Fahrettin Koca gehört.

Stars wie Robinho wissen, wem sie ihre Gehaltsschecks zu verdanken haben. Salutiert er nicht mit seinen Kollegen, würde es harte Kritik von den Fans und wohl auch Ärger im Klub geben.

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