Nein zu Steindatteln

Vorsicht bei dieser "Delikatesse" in Kroatien

Prstaci gelten als Delikatesse, doch der Verzehr zerstört die Küste und ist streng verboten. Was du im Kroatien-Urlaub wissen musst.
Heute Life
10.07.2026, 15:04
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Die Kornaten vor der dalmatinischen Küste sind für ihre unberührte Natur und das kristallklare Wasser bekannt. Segler und Naturliebhaber schätzen besonders die urigen Konobas, in denen mit frischem Fisch und regionalen Spezialitäten geworben wird. Doch nicht alles, was abseits der offiziellen Speisekarte angeboten wird, ist harmlos.

Immer wieder berichten Reisende von sogenannten Prstaci – Steindatteln –, die in manchen Restaurants im Verborgenen angeboten werden. Was als exklusiver Geheimtipp verkauft wird, ist in Wahrheit ein massiver Umweltfrevel: Der Handel mit Steindatteln ist in Kroatien und der gesamten EU streng verboten.

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Wie das kroatische Portal "Morski.hr" berichtet, existiert in der Region ein organisierter Schwarzmarkt für diese Muscheln. Jüngst sorgte ein Tourist für Empörung, als er auf Social Media mit einem illegalen Prstaci-Abendessen prahlte – und Insider erklärten, wie die kriminellen Netzwerke hinter dem Geschäft agieren.

Steindatteln: Lebensraum wird zerstört

Das Problem: Steindatteln wachsen extrem langsam und bohren sich tief ins Küstengestein ein. Um sie zu ernten, müssen Wilderer das Gestein mit Hämmern oder Bohrern zerstören. Für einen einzigen Teller dieser Delikatesse wird ein ganzes Stück Küstenriff vernichtet – ein Schaden, der sich über Jahrhunderte nicht mehr beheben lässt.

Dabei bleiben unter Wasser kahle, tote Steinwüsten zurück, in denen sich kein neues Leben mehr ansiedeln kann. Die Zerstörung betrifft komplexe Mikro-Ökosysteme, die für die Artenvielfalt und den Schutz der Küste entscheidend sind.

Strenge Gesetze und hohe Strafen

In Kroatien und der gesamten EU stehen Steindatteln daher unter strengstem Schutz. Sowohl Fang, Besitz, Verkauf als auch der Verzehr sind verboten und werden mit hohen Geldstrafen oder sogar Haft geahndet. Wer ein solches Angebot annimmt, macht sich strafbar und unterstützt eine gut organisierte Wilderer-Mafia.

Die Behörden gehen konsequent gegen Verstöße vor. Es handelt sich nicht nur um einen Umweltschutzverstoß, sondern auch um ein Vergehen gegen das Naturerbe des Landes.

Verwechslungsgefahr mit anderen Muscheln

Häufig werden legale Schwertmuscheln, die auf Kroatisch Prstavac heißen, mit den geschützten Steindatteln verwechselt. Auch Importe von nicht geschützten Arten wie der südamerikanischen Lithophaga peruviana sind selten, da Großhändler und Gastronomen das Risiko meiden, ins Visier der Behörden zu geraten.

Wenn dir also im Urlaub Prstaci angeboten werden, lehne dankend ab und verlasse das Lokal. Genieße stattdessen die vielen legalen Meeresfrüchte, die Kroatien zu bieten hat – und schütze so die einzigartige Küste.

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