"Es ist das eingetreten, was man von der Papierform her erwarten konnte. Wir haben Jordanien geschlagen, hatten unsere Probleme gegen Argentinien und wir hatten unseren Magic Moment mit Sasa Kalajdzic", analysierte ORF-Experte Peter Stöger am Tag nach dem Sechzehntelfinal-Aus bei der WM 2026 mit dem deutlichen 0:3 gegen Spanien, bezog sich damit auf den denkwürdigen 3:3-Ausgleich von Kalajdzic im letzten Gruppenspiel gegen Algerien. Österreich brauchte damals einen Punkt, sonst hätte das Aus in der Gruppenphase gedroht.
"Da wird Cordoba abgelöst für die nächsten 50 Jahre", meinte Stöger dann weiter, ehe sein Experten-Kollege Herbert Prohaska schmunzelnd einschob: "Frag mal Hans Krankl, ob Cordoba abgelöst wird." Zur Erinnerung: Beim WM-Duell mit Deutschland 1978 hatte der "Goleador" Rot-Weiß-Rot mit einem Doppelpack zum 3:2-Erfolg gegen unsere Nachbarn und die übermächtigen Deutschen damit ebenso aus dem Turnier geschossen.
"Enttäuscht wäre ich gewesen, wenn wir die 96. Minute mit dem Ausgleich gegen Algerien nicht mehr gehabt hätten. Das gestern war ein Zuckerl. Wir haben gehofft, dass wir an unsere Leistungsgrenze kommen. Die Spanier haben klarer und besser als in der Vorrunde gespielt. Und dann geht es sich nicht aus. Deswegen ist es nicht deprimierend für mich. Die Überraschung haben wir halt nicht geschafft. Und das Kalajdzic-Tor hat niemand vergessen. Das ist auch etwas, das Geschichte ist", so Stöger weiter.
Und Prohaska unterstrich das: "Hätte es Kalajdzic nicht gegeben, wären wir schon vier, fünf Tage früher heim geflogen. Insofern war das etwas Besonderes."
"Wir haben trotzdem unser Minimalziel erreicht. Aufgrund der sehr starken Europameisterschaft 2024 liegt die Latte höher, ist die Erwartungshaltung höher. Die Mannschaft hat von Anfang an einen großen Rucksack mitgehabt, man ist nie so richtig in Fahrt gekommen, vielleicht auch aufgrund der Drucksituation", meinte der dritte ORF-Experte Andreas Ivanschitz dann. Stöger betonte wiederum, dass auch die ÖFB-Teamkicker freilich ebenso nicht alles mit einer rosaroten Brille sehen würden. "Wenn man im Nachgang die Interviews gehört hat: Die Spieler können das einschätzen. Einiges hat funktioniert, aber nicht alles."