Was tun gegen Drogenproblem bei U6-Margaretengürtel?

Das sind die Spitzenkandidaten in Mariahilf
Das sind die Spitzenkandidaten in Mariahilf"Heute", zVg
"Heute" hat mit den Neubauer Spitzkanditaten über die Zukunft der Suchthilfe und über andere Wahl-Themen gesprochen. 

Seit Jahren wird über das "Jedmayer" diskutiert. Egal ob in der Bezirksvertretung oder im Gemeinderat, auf allen Ebenen der Wiener Stadtpolitik war es schon Thema. Besonders, nachdem sich ein kleines Mädchen in einem Park mit mit einer gebrauchten Spritze verletzte. Aber nicht nur die politischen Parteien bewegt das Thema, auch eine höchst aktive Bürgerinitative - die sogar eine Begehung des Hauser erzwungen hat - hat sich gegen das "Jedmayer" formiert. Schnell wurde die Bürgerinitative selbst zum Politikum: Ihr wurde - hinter vorgehaltener Hand - "ein trojanisches Pferd" der FPÖ zu sein, weil ihr Chef Adrian Hollaender Kontakte zur FPÖ pflegt. Ob es wieder - wie 2015 - ein Kopf-an-Kopf-Rennen - zwischen SPÖ und Grünen gibt und ob das Drogen-Thema, oder vielleicht duch Hitzeinseln und die neue "Gumpi" den Ausschlag geben - zeigt sich am Wahl-Sonntag.       

Ergebnis 2015 in Mariahilf
Ergebnis 2015 in MariahilfScreenshot

"Heute" sprach mit den jeweiligen Spitzenkandidaten der fünf größten Parteien im Bezirk, klopfte die wichtigsten Themen ab. Hier sind die Antworten:

Wie soll das Drogenproblem vor dem "Jedmayer" gelöst werden?

Jedmayer
JedmayerFP Architekten

Das sagt Bezirkschef und Spitzenkandidat Rumelhart, Markus (SPÖ):"Die Forderung der Schließung der Suchthilfe löst nicht die Probleme der Suchtkranken. Parteipolitisches Kleingeld auf den Rücken kranker Menschen hilft niemanden. Die Stadt hat ein Sicherheitspaket für das Grätzel mit mehr Polizei geschnürt. Der Bezirk investiert für Sozialarbeit im Grätzel. Dennoch fordern wir mehr Polizeikräfte. Mariahilf ist seit Jahren stark unterbesetzt.“ 

Das sagt Michael Reichelt (Grüne): Wir wollen Sozialarbeit weiter stärken, um quasi rund um die Uhr für Suchtkranke und Anrainern beratend und konfliktlösend da zu sein; es ist aber wichtig, Drogensucht als Problem zu sehen sowie zwischen Menschen mit Suchtproblemen und Drogendealern zu unterscheiden, denn letztere werden erst weniger werden, wenn Drogen staatlich reguliert werden.

Das sagt Leo Kohlbauer (FPÖ):"Die Suchhilfe Jedamyer muss umgehend abgesiedelt werden. Der Standort war von Anfang an falsch gewählt, da die Suchtkranken kaum Sozialräume und keine Freiflächen dort haben. Der Standort am Verkehrsknotenpunkt im Dichtbebauten Gebiet neben Schulen und Parks stellt eine zusätzliche Gefahr für die Suchtkranken aber auch alle anderen Anrainer und Verkehrsteilnehmer dar." 

Das sagt Gerhard Hammerer (ÖVP):"Es braucht endlich ein wienweites Suchthilfekonzept mit mehreren dezentralen Einheiten, denn der Jedmayer ist an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Vor allem Frauen nehmen die Umgebung als Angstraum wahr, daher fordern wir als Sofortmaßnahme ein Alkoholverbot rund um die U6-Station. Darüber hinaus braucht es intensivere Polizeipräsenz, verstärkten Einsatz der Sozialarbeiter, bessere Beleuchtung sowie mehr Reinigungsmaßnahmen in den Parks."

Das sagt Elisabeth Kattinger (Neos): Wir NEOS sind stolz auf die Sozialeinrichtungen in unserem Bezirk. Deren Umfeld, speziell beim Jedmayr, benötigt jedoch einen intelligent gestalteten öffentlichen Raum, der genügend Platz für ein friedliches Miteinander von Anrainer und Klienten bietet. Bessere Beleuchtung und Sichtverbindungen sorgen für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl und helfen Ängste abzubauen und konstruktive Begegnungen zu fördern."

Wie soll die Gumpendorfer Straße umgestaltet werden? 

Die Gumpendorfer Straße soll umgestaltet werden
Die Gumpendorfer Straße soll umgestaltet werdenSabine Hertel

Das sagt Bezirkschef und Spitzenkandidat Rumelhart, Markus (SPÖ): Die Zukunft der Gumpendorfer Straße möchte  ich gemeinsam mit den Menschen, die hier wohnen, arbeiten und zur Schule gehen neu denken. Das Blatt, auf dem die neue Gumpendorfer Straße gezeichnet wird, ist noch leer. Wir möchten dieses Bild gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeiten“.

Das sagt Michael Reichelt (Grüne): "Wir wünschen uns eine verkehrsberuhigte, begrünte Gumpendorfer Straße mit viel Platz für Fußgänger*innen, schattigen Sitzgelegenheiten und offenem Wasser - kurz: eine Gumpendorfer Straße mit Aufenthalts- und Lebensqualität."

Das sagt Leo Kohlbauer (FPÖ): "Grundsätzlich sehen wir Freiheitliche eine Umgestaltung der Gumpendorfer Straße und den damit verbundenen Parkplatzraub kritisch. Eine Erfolgreiche Geschäftsstraße braucht Parkplätze! Wichtig ist jedoch, dass es im Zuge der Umgestaltungspläne von Rot-Grün zu einer echten Abstimmung kommt, bei der Anrainer und Geschäftsleute tatsächlich zwischen Umgestaltung und keiner Umgestaltung entscheiden können."

Das sagt Gerhard Hammerer (ÖVP): "Wir begrüßen die Potenzialanalyse zur Neugestaltung und Attraktivierung der Gumpendorfer Straße. Die realitätsfernen Pläne, eine zentrale Verkehrsader zu kappen, lehnen wir aber entschieden ab. Nach der Wahl soll unter Einbindung der Anrainerinnen und Anrainer sowie der Geschäftsleute die Neugestaltung im Bezirk breit diskutiert werden. Am Ende des Prozesses sollen dann die Betroffenen abstimmen und damit auch entscheiden."

Das sagt Elisabeth Kattinger (Neos): "Wir wollen die Gumpendorfer Straße gemeinsam mit den Bürgern und Geschäftsleuten in eine attraktvive, pulsierende urbane Lebensader des Bezirks entwickeln. Mit einem modernen Verkehrskonzept, das auch die Nachbarbezirke mitdenkt und einen fair aufgeteilten Platz für alle Nutzer_innen bietet. Eine breite Bürgerbeteiligung ab dem Planungsbeginn ist für uns dabei Voraussetzung."

Wie sollen Hitze-Inseln in Mariahilf bekämpft werden? 

"Coole Straßen" sollen in Wien für Abkühlung sorgen
"Coole Straßen" sollen in Wien für Abkühlung sorgenStadt Wien/Christian Fürthner

Das sagt Bezirkschef und Spitzenkandidat Rumelhart, Markus (SPÖ): "Der neue Cooling Park im Esterhazypark ist eine Antwort im Kampf gegen urbane Hitzeinseln. Wir möchten nach diesem Beispiel rasch weitere Kühlungsmaßnahmen gegen die Hitze an anderen Orten, wie am Flohmarkt-Parkplatz oder am Christian-Broda-Platz, realisieren."

Das sagt Michael Reichelt (Grüne):"Wir wollen in allen Grätzeln viele Bäume pflanzen, wir wollen den Naschmarktparkplatz zu einem Park mit Platz für Alle umgestalten - wobei das Motto "Alles ist möglich" statt "Das geht nicht!" sein muss "

Das sagt Leo Kohlbauer (FPÖ): "Eines ist relativ klar, Maßnahmen von Rot-Grün wie zusätzliche Großbaustellen im Kampf gegen den Klimawandel sind kein Erfolgsmodell im Kampf gegen hohe Temperaturen im Sommer. Die zuletzt gestiegen Bevölkerungszuwachs ist mit Sicherheit auch für Mariahilf kontraproduktiv für den Klimawandel. Die FPÖ setzt sich seit Jahren glaubhaft für einen Zuwanderungsstopp ein und das ist bestimmt auch die größte Schraube um den Kimawandel zu bekämpfen."

Das sagt Gerhard Hammerer (ÖVP):"Es gibt vielerlei Möglichkeiten. Hitzeinseln zu bekämpfen und Grau durch Grün zu ersetzen. Leider ist hier Rot-Grün säumig und kaum innovativ. Mauerbegrünungen werden zum bürokratischen Hürdenlauf, auch bei Fassadenbegrünungen an öffentlichen Gebäuden gibt es Widerstände, obwohl gerade diese die Umgebung abkühlen würden. Wir fordern die Begrünung öffentlicher Haltestellen und würden größere Flächen wie den Christian-Broda-Platz mit mehr Grün ausstatten."

Das sagt Elisabeth Kattinger (Neos):"Mariahilf leidet zunehmend unter den Folgen des Klimawandels, was oft auch mit gesundheitlichen Problemen einhergeht. Wir fordern daher: sofortige Forcierung und Förderung von Fassadenbegrünungen an privaten und städtischen Wohnhäusern, Cooling Islands (Tröpferlbad 2.0), Aufbrechen großer versiegelter Flächen und Ersetzen durch versickerungsfähige Pflasterungen sowie das Installieren von Brunnen und Wasserrinnen. Ein hochwertiger öffentlicher Raum bietet den Menschen die Möglichkeit, ihren heißen Wohnungen zu entfliehen, ohne den Bezirk zu verlassen."

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