Im Schweizer Tennisteam herrscht wenige Tage vor dem Davis Cup-Finale gegen Frankreich Unruhe. Nicht nur die Rückenverletzung von Roger Federer drückt auf das Gemüt der Eidgenossen. Stanislas Wawrinka fühlt sich von Zwischenrufen von Federers Frau gesthört.
Es war das Halbfinale des ATP Masters - der entscheidende Satz, 5:5 und Einstand. Die Frau des Tennis-Weltranglisten-Dritten Roger Federer rief "Kumm Jetzt" auf den Platz. Vom Ruf irritiert drehte sich Wawrinka zur Seite. "Stan, was ist los=", fragte der Schiedsrichter. "Nicht zu diesem Zeitpunkt, nicht kurz vor dem Aufschlag", machte der 29-Jährige seinem Ärger Luft.
Das Publikum bedachte Wawrinka darauf mit Buhrufen. Der Schweizer zeigte in Richtung Federers Frau Mirka. Laut englischen Fotografen soll sich Wawrinka bereits in Wimbledon immer wieder durch Zwischenrufe der Federer-Gattin gestört gefühlt haben. Der Unmut im schweizer Tennislager ist groß. Und das ausgerechnet in der Woche vor dem Davis Cup-Finale.
Streit in der Kabine
ESPN-Kommentator und Tennis-Legende John McEnroe - selbst kein Kind von Traurigkeit auf dem Platz - berichtete von einem heftigen Streit der beiden Tennisspieler im Kabinengang: "Nach dem Match ist etwas in der Kabine passiert. Es gab ein langes Gespräch zwischen den Spielern, das hat noch bis tief in die Nacht gedauert." Federer soll seinem Teamkollegen klargemacht haben, dass er nichts davon halte, dass die Mutter seiner Kinder durch Wawrinka öffentlich angeprangert werde.
Stanislas Wawrinka hatte sich bereits öfter über Zuschauerrufe beklagt und sich einmal mit dem Onkel von Rafael Nadal, Toni, angelegt.