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Wechsel zu Ferrari-Motoren oder steigt Red Bull aus?

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:54

Der Grand Prix von Österreich endete für die "Heim-Teams" Red Bull und Toro Rosso in einem Debakel. Hoffnungslos unterlegen rettete man mit Rundenrückstand gerade einmal vier Zähler vor den Augen von "Oberbulle" Dietrich Mateschitz, der einen Formel-1-Ausstieg weiter in Betracht zieht. Die Gerüchte über einen Wechsel des Motorenlieferant - von Renault zu Ferrari - wurden durch den Überraschungsbesuch von Fiat-Boss Sergio Marchionne zusätzlich angeheizt.

Der endete für die "Heim-Teams" Red Bull und Toro Rosso in einem Debakel. Hoffnungslos unterlegen rettete man mit Rundenrückstand gerade einmal vier Zähler vor den Augen von "Oberbulle" Dietrich Mateschitz, der einen Formel-1-Ausstieg weiter in Betracht zieht. Die Gerüchte über einen Wechsel des Motorenlieferant - von Renault zu Ferrari - wurden durch den Überraschungsbesuch von Fiat-Boss Sergio Marchionne zusätzlich angeheizt.

gerade noch vier WM-Punkte. "Insgesamt war das nicht das, was wir uns erhofft haben", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Nur Ricciardo sprach angesichts seiner Aufholjagd von Startplatz 18 von "einem guten Resultat".

Leistungsrückstand nicht aufholbar?

Auf der Berg-und-Talbahn Spielberg waren die "Bullen"-Teams mit ihrem schwachbrüstigen Renault-Motor hoffnungslos unterlegen. Der angebliche Leistungsunterschied zu den Mercedes- und Ferrari-Antriebseinheiten soll knapp 100 PS betragen. Zwar erhoffte sich durch ein bevorstehendes Update in den nächsten Wochen einen Schritt vorwärts. Doch Gerüchten im Fahrerlager zufolge soll der Leistungsrückstand unter dem aktuellen Reglement nicht aufholbar sein.

Mateschitz verliert Lust, Ecclestone rät zu Wechsel

Vielleicht deshalb erklärte Mateschitz gegenüber der "Speedweek": "Wir verlieren ganz einfach die Lust." Der Ausstieg aus der Formel 1 mit beiden Teams ist also weiterhin nicht ausgeschlossen. "Ich glaube nicht. Ich kenne Herrn Mateschitz sehr gut. Als er gewonnen hat, war die Chance für einen Ausstieg größer, als jetzt in der Niederlage", ist sich Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gegenüber "Motorsport-Total.com" sicher. "Nur weil er jetzt nicht mehr so verliebt ist, will er sich nicht gleich scheiden lassen. Er braucht nur eine neue Freundin."

Damit spielte Ecclestone auf den Wechsel des Motorenpartners an. Schon vor dem Großen Preis von Österreich kamen Gerüchte auf, Red Bull könnte sich von Renault trennen und zu Ferrari überlaufen. Gegenüber "Bild am Sonntag" bestätigte Horner ein "vages Angebot" von Ferrari. Dass Red Bull darüber nachdenkt liegt nicht nur an der derzeit aussichtslosen Lage sondern auch an den Überlegungen der Franzosen wieder ein Werksteam aufzubauen. Dann wären die "Bullen" plötzlich nicht mehr der Exklusivpartner, hätten weniger Mitsprache bei der Entwicklung. Als Kunde erhält man zudem nicht immer gleich die aktuellste Entwicklungsstufe in Sachen Technik.

Fiat-Boss würde gerne Red Bull helfen

Kunde wäre man auch bei Ferrari, aber ein gern gesehener. "Ich habe großen Respekt vor Red Bull. Sie haben viel für den Sport getan und haben einige Jahre lang die Weltmeisterschaft gewonnen", erklärte Fiat-Konzernchef Marchionne bei seinem Überraschungsbesuch am Sonntag in Spielberg. Ob er auch Mateschitz dabei traf, ist nicht bekannt. Der auch über Ferrari herrschende Marchionne wäre aber bezüglich einer Zusammenarbeit nicht abgelenkt: "Ich denke, sie werden ihren Weg machen, und wenn wir ihnen dabei helfen könnten, wäre ich mehr als glücklich."

Berger rät von Kundenmotor ab

"Red Bull braucht ein Triebwerk, das sie wieder auf die Siegerstraße bringt", meinte der ehemalige Toro-Rosso-Chef Gerhard Berger. "Da ist guter Rat teuer. Im Prinzip gibt es nur zwei Möglichkeiten - Ferrari und Mercedes. Es ist aber auch verständlich, dass man sich bei Red Bull nicht mit einem Kundenmotor zufrieden geben will. Weder Ferrari noch Mercedes würden zulassen, dass sie am Schluss Zweiter werden."

Berger über Regelwerk 2017: "Es geht gar nichts weiter"

Berger hält nichts von kurzfristig beschlossenen Regeländerungen. 2017 soll ein neues Regelwerk, das in Grundzügen bereits präsentiert wurde, in Kraft treten, doch hier müssen erst die Details ausgearbeitet werden. "Es ist ein bisserl ein Jammer, es geht gar nichts weiter", ist der Eindruck des Tirolers, was daran liege, dass "es ist keine Angelegenheit zwischen Tür und Angel ist. Es ist komplex ein Reglement grundlegend zu ändern". Berger sieht "die Zeit gekommen, die Formel 1 auf ein neues Level zu bringen. Der Sport muss attraktiver werden. Die Regeln sind zu kompliziert, es ist überreglementiert."

Er fordert einen Schulterschluss von FIA-Präsident Jean Todt und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. "Sie sind gefordert ein Machtwort zu sprechen. Nur die beiden sollen im Sinne des Sports die Weichen stellen. Es besteht sonst die Gefahr, dass andere ihre Eigeninteressen einbringen." Dann ginge vielleicht auch Bergers Wunsch für die Zukunft in Erfüllung: "Mercedes, Ferrari und Red Bull sind gleich schnell." Und selbst Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff findet: "Die Formel 1 braucht Red Bull."

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