"Es ist ganz mau"

Wegen der Hitze – Wiener Lokal sperrt samstags zu

Die Hitzewelle trifft Wiens Gastronomie mit voller Wucht. Ein Wirt berichtet von bis zu 40 Prozent weniger Umsatz und leeren Tischen.
Hannah  Maier
04.08.2026, 05:30
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Die Rekordhitze setzt jetzt auch den Wiener Wirten massiv zu. Im Albert Restaurant & Bar in Wien spürt Betreiber Mario Bernatovic (47) die Auswirkungen besonders deutlich: Weniger Gäste, weniger Essen und ein Umsatzeinbruch.

Das "Albert" öffnet täglich erst ab 16 Uhr, doch selbst am Abend bleiben viele Plätze leer. "Es ist auch Haupturlaubszeit. Während der ersten Hitzewelle im Juni ging es noch. Aber aktuell spürt man es extrem. Seit einer Woche ist es ganz mau", sagt Bernatovic.

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Weniger Umsatz, samstags geschlossen

Vor allem beim Essen halten sich die Gäste inzwischen stark zurück. Statt mehrerer Gerichte wird oft nur noch eine Kleinigkeit bestellt. "Gäste konsumieren mehr Getränke, nur kleine Gerichte oder auch nur ein Gericht, wo es sonst zwei oder drei waren", erzählt der Wirt. Der Vergleich zwischen Juni und Juli zeigt das ganze Ausmaß: 30 bis 40 Prozent weniger Umsatz.

Eine Entscheidung traf Bernatovic heuer bereits zum zweiten Mal: Samstags bleibt das Lokal in den Sommermonaten geschlossen. "Es bringt einfach nichts. Die Ware steht herum, die Mitarbeiter haben wenig zu tun", sagt er.

Abkühlung im Schanigarten

Eine Klimaanlage gibt es im Lokal nicht. Der Gastgarten mit 40 Plätzen liegt immerhin großteils im Schatten. Gegen die Hitze hilft sich das Team mit einem einfachen Trick: "Wir sprühen ein paar Mal am Tag mit kaltem Wasser die Gehsteige ab. Da spürt man schon einen Effekt durch die Verdunstungskälte."

Hitze verändert die Gastronomie

Mit seinen Problemen ist Bernatovic nicht allein. Franz Bernthaler, Geschäftsführer der Culinarius Gruppe, warnt vor einem tiefgreifenden Wandel in der Gastronomie. "Die Hitze ist längst kein reines Wetterthema mehr – sie ist zu einem wirtschaftlichen Risikofaktor für die Gastronomie geworden. Wenn das Mittagsgeschäft ausbleibt, die Gäste am Abend zwar früher kommen, zugleich aber kürzer bleiben und weniger konsumieren, erleben wir einen tiefgreifenden Strukturwandel", erklärt er.

Neben den sinkenden Gästezahlen steigen für viele Betriebe auch die Energiekosten durch Kühlanlagen, Lüftungen und Klimageräte. Die Culinarius Gruppe geht davon aus, dass künftig immer mehr Lokale ihre Öffnungszeiten anpassen, Speisekarten verkleinern oder verstärkt auf Liefer- und Abholangebote setzen werden.

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