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Wegen Jogginghose schikaniert – Wiener verklagt HTL

Weil der 25-jährige Dimitrie aufgrund seiner Jogginghose von seiner Schule suspendiert wurde, ging er vor Gericht – und das mit Erfolg.

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Der 25-jährige Wiener und seine ehemalige HTL in Wien-Landstraße
Der 25-jährige Wiener und seine ehemalige HTL in Wien-Landstraße
Screenshot Google Maps / Leserreporter

Die letzten drei Jahre über war der 25-jährige Dimitrie T. Student an der Abendschule des Camillo-Sitte Bautechnikums in der Wiener Landstraße. Nachdem sich Ismael (19) aus der Vienna Business School Akademiestraße vergangene Woche an die "Heute"-Redaktion gewandt hatte und von seinen Erfahrungen an dem Bildungsinstitut sprach, fühlte sich Dimitrie sofort angesprochen, denn: "Auch ich wurde aufgrund meiner Jogginghosen von Lehrern schikaniert", erzählt er im Gespräch. 

Jogginghose beeinflusste Noten

Der Wiener Student hat einen gutartigen Tumor am Bein und kann aufgrund dessen keine enganliegende Kleidung tragen. Daher trägt Dimitrie meistens lockerere Hosen oder Jogger und war von den Kleidervorschriften seiner Schule eigentlich ausgeschlossen. "Die Lehrer wussten alle, dass ich aus gesundheitlichen Gründen Jogginghosen tragen muss", so der 25-Jährige.

Die Lehrer wussten alle, dass ich aus gesundheitlichen Gründen Jogginghosen tragen muss.

Trotzdem hatten zwei Lehrpersonen Dimitrie immer wieder vor der gesamten Klasse aufgrund seines Kleidungsstils kritisiert. Sie brachten ihn sogar dazu, sich für die Erkrankung öffentlich zu rechtfertigen. Außerdem hatten die beiden Pädagogen ihm gedroht, seine Prüfungen strenger zu benoten und ihm die Einsicht in negativ benotete Tests zu verwehren. 

Nachdem sich ein Pädagoge aufgrund eines sarkastischen Kommentars über Altbaufenster von dem Studenten bedroht fühlte, erstellte die Schulleitung ein Gutachten. Darin will man festgestellt haben, dass Dimitrie ein sogenannter "Amokschüler" sein soll. Daraufhin wurde der Wiener in die Direktion zu einem angeblich klärenden Gespräch eingeladen. Infolgedessen verwies man ihn von der Schule. 

Richter gab Dimitrie recht

Doch Dimitrie gab nicht auf und setzte seine Ankündigung in die Realität um: Er verklagte das Bildungsinstitut. Die Klage gewann der 25-Jährige dank Aussagen seiner Mitschüler, sowie heimlich aufgenommener Tonbandaufnahmen. Diese bewiesen nämlich, dass er tatsächlich von seinen Lehrern aufgrund seines Kleidungsstils schikaniert wurde. Der Richter stellte zudem fest, dass das Camillo-Sitte Bautechnikum ihn zu Unrecht verwiesen hatte. Auch das pädagogische Gutachten und die Bezeichnung "Amokschüler" waren laut dem Gerichtsurteil subjektiv und falsch.

"Werde zurück zur HTL gehen müssen"

Nachdem der Ausschluss aus der Wiener Schule unrechtsmäßig war, überlegt Dimitrie nun zu dem Bildungsinstitut zurückzukehren. "Ich werde wohl oder übel wieder in die Schule gehen, weil wie gesagt, sie sind die einzige HTL mit Bautechnik als Abendform", so der 25-Jährige. 

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