Wegen Kopftuch-Streit: Schach-Schiri verlässt Iran

Aufregung im Iran! Nach der Flucht von Olympia-Medaillengewinnerin Kimia Alizadeh verlässt eine weitere prominente Frau das Land. Grund: Sie fühlt sich unterdrückt und nicht mehr sicher.
Dabei handelt es sich um Shohreh Bayat. Sie war bei der Schach-WM in Shanghai als Chef-Schiedsrichterin im Einsatz. Ihre Leistung wurde als professionell und solide bewertet. Nun wurde bekannt: Sie kehrt nicht mehr in ihre Heimat Iran zurück.

Grund dafür sind Diskussionen über ihr Kopftuch. Bei der WM trug sie es auffällig unauffällig, manche Leute im Iran hielten es wohl für zu schwer erkennbar. Es wurde sogar Thema in den Medien in ihrer Heimat. "Die behaupteten, ich hätte aus Protest gegen das Kopftuch keines getragen", meint Bayat im "ZDF".

Als dann noch vom iranischen Schachverband die Aufforderung kam, sie solle sich entschuldigen und als Zeichen der Reue ab sofort ein besonders frommes Kopftuch tragen, beschloss sie, die Konsequenzen zu ziehen.

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Die Schiedsrichterin lehnte ab, trug ab dem vierten WM-Tag kein Kopftuch mehr. "Ich habe den iranischen Schachverband gebeten, mir schriftlich zu versichern, dass ich ohne Sorge um meine Sicherheit in den Iran zurückkehren kann." Antwort erhielt sie keine.

Also beschloss Bayat, die auch Generalsekretärin des iranischen Verbands und die einzige Chef-Schiedsrichterin Asiens ist, nicht mehr in ihre Heimat zurückzukehren. "Es macht nun auch keinen Unterschied mehr, ob ich das Kopftuch trage, oder nicht", meint sie. Wohin sie die Zukunft führt, weiß sie derzeit selbst noch nicht.



Mit ihrem Schicksal ist sie nicht alleine. Auch Kimia Alizadeh kehrte dem Iran den Rücken. Sie holte Taekwondo-Silber bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, ist die einzige Olympia-Medaillengewinnerin ihres Landes.

"ch bin eine der Millionen unterdrückten Frauen im Iran, mit denen sie seit Jahren spielen", schreibt sie auf Instagram. Zu lange war sie nur ein "Werkzeug", sie will "nicht länger am Tisch der Heuchelei, Lügen, Ungerechtigkeit und Schmeichelei sitzen."

Laut Informationen der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur Isna soll Alisadeh in die Niederlande geflohen sein. "Niemand hat mich nach Europa eingeladen und ich habe kein verlockendes Angebot erhalten", stellt sie klar. "Aber ich akzeptiere den Schmerz und die Härte des Heimwehs."





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