70 beteiligte Personen bei einer Massenschlägerei, 20 Anzeigen, neun Verletzte und zwei Festnahmen! Das ist die bisherige Bilanz eines beispiellosen Gewalt-Exzesses in Wien vor dem islamischen Zentrum "Imam Ali" in der Richard-Neutra-Gasse in Floridsdorf am Mittwoch.
Unter iranischen Landsleuten kam es in weiterer Folge zu einer Massenschlägerei– Metallstangen, Holzlatten und Verletzte inklusive!
Von 17 Uhr bis zum Fastenbrechen fand dort eine Gedenkveranstaltung für den getöteten Iran-Anführer Ajatollah Chamenei statt. Mehrere Hunderte Personen nahmen laut der Polizei an der Zeremonie teil. Zeitgleich fand auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine angezeigte Kundgebung statt. Die Situation lief komplett aus dem Ruder.
Mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei befanden sich im Zuge der Gedenkveranstaltung vor dem islamischen Zentrum. Bewacht von mehreren Beamten, zeigten Dutzende Anti-Regime-Demonstranten ihren Unmut über die Gedenkfeier.
Auf der anderen Seite – hinter den Eingangstoren des islamischen Zentrums – wehten Männer Iran-Fahnen und zeigten das Gesicht Chameneis. Gegen 20 Uhr, nach der Gedenkzeremonie für den getöteten Iran-Anführer, versuchten mehrere Personen laut der Wiener Polizei, die Fahrbahn zu überqueren und zur Kundgebung zu gelangen.
Danach warfen Unbekannte Metallstangen auf die Demonstrierenden, kurz darauf soll es zu handfesten Schlägereien gekommen sein. Ein Leserreporter-Video zeigt die Szenen vor Ort.
Im Verlauf des Einsatzes wurden zwei Personen festgenommen – eine wegen des Verdachts des versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt, eine weitere wegen aggressiven Verhaltens. Zudem wurde eine Person wegen gefährlicher Drohung angezeigt, 19 Anzeigen wurden wegen verkehrsrechtlicher Delikte gelegt.
Wenige Minuten nach Einsatzende gingen mehrere Anrufe beim Polizeinotruf ein. Rund 70 Personen hatten sich erneut vor der Einrichtung versammelt und gerieten in eine körperliche Auseinandersetzung. Dabei wurden auch Stöcke und Holzlatten verwendet.
Polizisten des Stadtpolizeikommandos Floridsdorf sowie Kräfte der WEGA konnten die Situation rasch unter Kontrolle bringen. Im Zuge der Sachverhaltsklärung stellte sich heraus, dass sowohl Teilnehmer der zuvor abgehaltenen Veranstaltung als auch der Kundgebung wieder zum Ort zurückgekehrt waren, woraufhin es zu der Auseinandersetzung kam.
Insgesamt wurden neun Personen verletzt. Sie wurden von der Berufsrettung Wien notfallmedizinisch versorgt, sieben von ihnen anschließend in ein Spital gebracht.