Wird Regel geändert?

Wegen Mercedes-Trick: Brisante Abstimmung in Formel 1

Im Formel-1-Streit zwischen den Motorenherstellern kommt Bewegung rein. Eine Abstimmung soll über eine Regeländerung entscheiden.
Sport Heute
21.02.2026, 07:54
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Noch vor dem Start in die neue Formel-1-Saison sind in den letzten Wochen die Wogen hochgegangen. Die Konkurrenten haben Mercedes vorgeworfen, einen Trick beim Verdichtungsverhältnis anzuwenden. Mit der neuen Regelperiode wurde das Verdichtungsverhältnis von 18:1 auf 16:1 gesenkt. Mercedes soll aber, so wird berichtet, einen Trick gefunden haben, um das Verhältnis zu erhöhen. Bei den Tests bei Umgebungstemperatur erfülle der "Silberpfeil"-Motor die Vorgaben, bei laufendem Betrieb und höheren Temperaturen solle sich aber das Verdichtungsverhältnis erhöhen. Von 15 PS, von zwei bis drei Zehntel pro Runde, ist die Rede.

Mercedes-Boss Toto Wolff hatte dies nie bestritten, nur erklärt, man habe den neuen Motor in Abstimmung mit dem Weltverband FIA geplant. Den Berichten zufolge erfüllte der Motor beim Test die Vorgaben. Gleichzeitig schreibt das Regelwerk vor, dass die Autos und sämtliche Bauteile zu jedem Zeitpunkt dem Reglement entsprechen müssen.

Alle gegen Mercedes

Deshalb ist in den letzten Wochen heftig hinter verschlossenen Türen diskutiert worden. Zuletzt kam Bewegung in die Sache, weil, so wird berichtet, Red Bull die Seiten gewechselt haben soll. Die Bullen glaubten zunächst, einen ähnlichen Trick gefunden zu haben. Nun würde sich das österreichische Team, erstmals selbst als Motorenbauer aktiv, jedoch keine großen Leistungssteigerungen davon versprechen. Wichtiger sei es, Mercedes einzubremsen. Nun heißt es: Alle gegen die "Silberpfeile".

Derweil könnte es zu einem pikanten Votum kommen. Denn wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, soll nun eine Abstimmung zur Veränderung des Messverfahrens folgen. Mit einer sogenannten Supermehrheit, also den vier Motorenherstellern Ferrari, Audi, Honda und Red Bull Powertrains, sowie der Zustimmung von FIA und der Formel 1 selbst, könnte das Regelwerk gegen den Willen von Mercedes verändert werden. Der Vorschlag sieht nun vor, dass ab dem 1. August 2026 nicht nur bei Umgebungstemperatur gemessen werden soll, sondern auch ein laufender Betrieb simuliert werden soll, bei rund 130 Grad Celsius. Somit könnte der Mercedes-Trick nachgewiesen und überprüft werden.

Abstimmung bei den Motorenbauern

Den Vorschlag hatte die Formel-1-Kommission am Rande der Testfahrten in Bahrain erarbeitet. Die Frist bis 1. August 2026 würde Mercedes freilich die Chance geben, darauf zu reagieren. Zuletzt stand sogar im Raum, dass andere Teams beim Formel-1-Auftakt in Melbourne Anfang März gegen die "Silberpfeile" einen Protest einbringen könnten.

Nun sind die Motorenhersteller selbst am Zug, müssen über den Kompromissvorschlag abstimmen, ein Ergebnis wird innerhalb der nächsten zehn Tage erwartet. Danach könnte die Änderung vom Motorsport-Weltrat abgesegnet werden.

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