"Ich bin froh, dass ich das jetzt überstanden habe und es nach zweieinhalb Jahren Kampf vorbei ist", so Anna Werner Friedmann (33) nach dem halbstündigen letzten Akt vor dem Bezirksgericht Neunkirchen am Dienstag gegenüber "Heute".
Bei der Aufführung von "Alma – A Show Biz ans Ende" (Regie: Paulus Manker) am 4. August 2023 im Südbahnhotel Semmering sei die Stimmung "wahnsinnig aufgeladen gewesen, das Spiel war intensiver als normal. Auch die Polizei war an dem Tag da. Dabei kann es passiert sein, dass ich vielleicht etwas fester zugebissen habe", so die Schauspielerin.
Zuvor war die zwei Dutzend Mal aufgeführte Po-Biss-Szene, eine Verführungsszene in dem Theaterstück, offenbar kein Problem für ihren Schauspielkollegen gewesen. Ein weiterer Vorwurf: Friedmann soll ihren Bühnenpartner in der August-Aufführung mit einer Fackel verletzt haben. Das war keine Absicht, sondern sei durch Stolpern verursacht worden, so ihr Anwalt Manfred Ainedter vor Gericht.
Der Prozess endete schließlich mit einer Diversion: 2.100 Euro Geldbuße, das Verfahren wegen Körperverletzung wurde beigelegt. Vom Verdacht der sexuellen Belästigung wurde Friedmann (derzeit als Ermittlerin in "Die Toten vom Bodensee" im ZDF im Einsatz) freigesprochen.
Detail am Rande: Weil weder die Angeklagte noch ihr Anwalt so viel Geld eingesteckt hatten, "ist meine Mutter zur Bank rübergelaufen", um dem Schauspielkollegen die zugesprochenen 1.300 Euro (der größte Teil der 2.100 Euro Geldbuße, Anm.) sofort zu übergeben.
"Für mich war es wichtig zu zeigen, ich übernehme Verantwortung. Klar ist, es gab nie eine Verletzungsabsicht. Bühnenunfälle passieren, man ist mit sehr viel Körpereinsatz dabei, die Erleichterung ist jetzt mal groß", so Friedmann, die als Kriminalinspektorin in der ZDF-Krimireihe weitere Fälle in ihrer Rolle als Mara Eisler lösen wird. Nach zweieinhalb Jahren sei "nun der Spuk zu Ende", freute sich auch Anwalt Manfred Ainedter. Die Gerichtscausa sei für ihre Karriere "höchst problematisch" gewesen, ein großer internationaler Auftrag sei deshalb nicht zustande gekommen.
Rund um den Theaterregisseur Paulus Manker (er saß selbst als Zuhörer im Gerichtssaal) und das Stück hatte es in den letzten Jahren übrigens immer wieder Wirbel und Aufregung gegeben. Ein Mal kam es zu einer Zwangsräumung – zudem beendete der Litag Theaterverlag München als Rechteinhaber von "Alma – A Show Biz ans Ende" nach Streitereien mit Manker die Kooperation.