Die Spannungen im Nahen Osten verschärfen sich erneut: Nach neuen Angriffen im Libanon stellt der Iran das bestehende Waffenstillstandsabkommen infrage und richtet scharfe Drohungen an Israel und die USA.
Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine "gut informierte Quelle" berichtet, könnte Teheran die Vereinbarung aufkündigen, falls Israel seine Militäraktionen im Libanon fortsetzt. Demnach sei die Feuerpause Teil eines von den USA unterstützten Plans gewesen, der für zwei Wochen gelten sollte und die Einstellung der Kampfhandlungen auf allen Fronten vorsah – auch gegen den "libanesischen Widerstand".
Trotz dieser Abmachung habe Israel seit Mittwochmorgen erneut massive Angriffe auf Ziele im Libanon geflogen und damit den Waffenstillstand gebrochen, heißt es weiter.
Die Quelle formuliert zudem eine klare Drohung in Richtung Washington: Wenn Amerika seinen "tollwütigen Hund" in der Region nicht zügeln könne, werde Iran ihm dabei helfen, und zwar mit Gewalt.
Parallel dazu meldete die israelische Armee den "größten koordinierten Angriff" auf die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz seit Beginn der Kämpfe. Getroffen worden seien Ortschaften im Süden des Libanon sowie Vororte der Hauptstadt Beirut. Laut libanesischem Gesundheitsministerium kamen dabei Dutzende Menschen ums Leben.
Während die militärische Eskalation weitergeht, signalisiert Libanons Präsident Joseph Aoun politische Gesprächsbereitschaft. Er erklärte, sein Land sei offen für ein Abkommen über eine dauerhafte Friedensordnung in der Region.
Auch wirtschaftlich spitzt sich die Lage zu: Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars hat der Iran "vorübergehend" die Passage von Öltankern durch die Straße von Hormus gestoppt. Dieser Schritt wird als direkte Reaktion auf die israelischen Angriffe im Libanon gewertet.