Der Berliner Stromausfall im Jänner war der größte seit dem Zweiten Weltkrieg. Rund 100.000 Menschen waren tagelang betroffen, im Süden der Stadt herrschte Ausnahmezustand. Doch während die Bürger froren, machte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) etwas ganz anderes: Er spielte Tennis.
Wegner selbst wohnt im Bezirk Spandau, wo der Strom nicht ausgefallen war. Auch im Roten Rathaus, seinem Amtssitz, war die Versorgung gewährleistet. Das Tennismatch brachte Wegner bereits in die Kritik.
Wie der "Spiegel" unter Berufung auf den "Tagesspiegel" berichtet, kommt jetzt aber eine weitere Unwahrheit ans Licht. Unterlagen der Senatskanzlei zeigen demnach: Vor seinem Tennismatch am Mittag habe Wegner wohl keinen Kontakt zur Bundesregierung gehabt – obwohl er dies behauptet hatte.
Die brisanten Unterlagen wurden nach einem Eilantrag vor dem Berliner Verwaltungsgericht freigegeben. Sie legen nahe, dass der Bürgermeister gleich zweimal die Unwahrheit gesagt haben könnte.
Der Stromausfall wurde durch einen mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag verursacht. Die Bundesanwaltschaft ermittelt in dem Fall. Für Wegner wird die Lage damit immer brenzliger.