Die Chinesinnen und Chinesen kennen ihren Präsidenten als mächtigen, seriösen und ruhigen Staatschef. Fast unmenschlich – wie eine Maschine, die keinen Fehler machen kann – inszenierte Xi Jinping sich während seiner zwölf Jahre an der Macht.
In Bildern, die das Weiße Haus vom Treffen zwischen ihm und Donald Trump veröffentlichte, ist eine Seite von Xi zu sehen, die China – und die Welt – kaum kennt. Trotz der Ernsthaftigkeit der Rivalität zwischen den beiden Supermächten konnte sich Xi bei Trump ein Grinsen und gar Lachen nicht verkneifen.
Alle Augen waren darauf gerichtet, wie die Staats- und Regierungschefs der beiden größten Volkswirtschaften der Welt ihre Differenzen in einer Reihe von Themenbereichen beilegen würden – darunter Sojabohnen, Fentanyl, Seltenerdmetalle und hochwertige Computerchips.
In einem Raum voller Diplomaten in Anzügen war Trump auf einem Bild zu sehen, wie er seinen Arm über den Verhandlungstisch streckte, um Xi ein Stück Papier zu zeigen. Was auf dem Papier geschrieben oder gedruckt war, bleibt unbekannt. Aber es scheint Xi zu amüsieren.
Auf einem anderen Bild scheint der chinesische Staatschef mit geschlossenen Augen zu lachen – zusammen mit seinen Beratern. Es ist unklar, ob die Bilder denselben Moment zeigen.
Nicht alle chinesischen Staatschefs vermittelten ein derart strenges Image. Xis Vorgänger Jiang Zemin, der von 1993 bis 2003 Präsident war, war bekannt für seine extravagante Persönlichkeit, sein kosmopolitisches Flair und seine Bereitschaft, seine Sprachkenntnisse zu demonstrieren und mit Journalisten zu interagieren.
Xi hat jedoch einen anderen Kurs eingeschlagen. Neben der Einschränkung der Meinungsfreiheit in China hat er auch eine strenge Kontrolle über sein Image und den Informationsfluss aufrechterhalten. Auf zwei der beliebtesten Social-Media-Plattformen des Landes – Douyin, Chinas Version von Tiktok, und Xiaohongshu – waren keine Aufnahmen und Bilder zu finden, die Xis unbeschwerte Gespräche mit seinem Amtskollegen aus den USA zeigen.