Schon wieder ist ein Vergewaltigungsprozess gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein geplatzt. Die Geschworenen konnten sich nicht auf ein Urteil einigen. Deshalb erklärte ein Richter in New York das Verfahren zu den Vorwürfen der Schauspielerin Jessica Mann für gescheitert. Staatsanwalt Alvin Bragg zeigte sich am Freitag enttäuscht vom Ausgang, bedankte sich aber bei den Geschworenen für ihre Arbeit. "Seit fast einem Jahr kämpft Jessica Mann um Gerechtigkeit."
Jessica Mann wirft dem heute 74-jährigen Weinstein vor, sie 2013 vergewaltigt zu haben. Der ehemalige Produzent bestreitet das: Der Sex mit der Schauspielerin sei einvernehmlich gewesen.
Schon im Juni 2025 war ein Prozess zu Manns Vorwürfen ohne Urteil zu Ende gegangen, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten. Im selben Verfahren hatte die Jury Weinstein wegen sexueller Nötigung der Produktionsassistentin Miriam Haley schuldig gesprochen, ihn aber vom Vorwurf der sexuellen Nötigung am Model Kaja Sokola freigesprochen.
Wegen der Vorwürfe von Jessica Mann und Miriam Haley war Weinstein bereits 2020 in New York schuldig gesprochen worden. Diese Urteile wurden aber 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben, die Fälle mussten neu aufgerollt werden.
Der frühere Hollywood-Mogul sitzt derzeit eine 16-jährige Haftstrafe im US-Bundesstaat Kalifornien ab – wegen anderer Sexualverbrechen. Gegen dieses Urteil hat der 74-Jährige Berufung eingelegt.
Mehr als 80 Frauen werfen dem Produzenten von Hollywood-Hits wie "Pulp Fiction" und "Shakespeare in Love" Sexualdelikte vor. Der Skandal kam 2017 durch Enthüllungen in der "New York Times" und im Magazin "New Yorker" ins Rollen und hat die Filmbranche erschüttert.
Die Berichte lösten die MeToo-Bewegung aus. Der Name Weinstein steht seither weltweit für Männer, die ihre Macht gegenüber Frauen ausnutzen.