Weltmeister Spanien gegen Chile mit Rücken zur Wand

Nach der 1:5-Klatsche gegen die Niederlande steht Welt- und Europameister Spanien bereits im zweiten Gruppenspiel mit dem Rücken zur Wand. Gibt es eine Pleite gegen die im ersten Spiel ebenfalls siegreichen Chilenen, ist der WM-Traum schon nach dem zweiten Spiel ausgeträumt. Bereits ein Remis könnte zu wenig sein.


Schauplatz des heißen Duells mit Geheimfavorit Chile ist ausgerechnet das Maracana-Stadion in Rio de Janeiro, wo am 13. Juli der neue Weltmeister gekürt wird. In diesem Stadion könnte der Traum von der spanischen Titelverteidigung platzen. Bei einem Ausscheiden in der Gruppenphase wäre die "Furia Roja" in guter Gesellschaft. Frankreich 2002 und Italien 2010 scheiterten früh bei der Mission Titelverteidigung. 

Den spanischen Kickern ist die Ausgangslage bewusst. Von einem vorgezogenen Finale im Maracana ist die Rede - ein Endspiel, um überhaupt weiter im Turnier zu bleiben. "Wir müssen attackieren, attackieren und Tore schießen", gab Cesc Fabregas die Marschroute vor, Defensivabräumer Xabi Alonso forderte "etwas mehr Risiko". Der Neo-Chelsea-Legionär Fabregas könnte David Silva in der Startformation ersetzen. Teamchef del Bosque kündigte Umstellungen an. Auch Pique und Xavi müssen um ihren Fixplatz zittern. 

Casillas bleibt im Tor

Bei der Position des Torhüters wird es keine Umstellung geben. Iker Casillas ist trotz seiner Patzer gegen die Niederlande weiter unumstrittene Nummer eins im Team des Weltmeisters. "Wir sind flexibel bei einigen Dingen, aber halten an anderen fest. Wir hatten in der Vergangenheit viel Erfolg mit diesen Spielern", kommentierte del Bosque Ablösungsgerüchte von Stützen wie Casillas und Xavi. 

Sergio Ramos glaubt, dass die Kritik nur noch mehr den Zusammenhalt im Team fördern wird. "Wir sind weiter voller Stolz, Motivation, Leidenschaft und Hunger", gab sich der Real-Innenverteidiger kämpferisch. 

Sieg kann zu wenig sein

Bei der letzten WM 2010 trafen Chile und Spanien ebenfalls in der Gruppe aufeinander. Im abschließenden Gruppenspiel siegte die "Furia Roja" mit 2:1 - ein Ergebnis, das beiden Teams zum Weiterkommen reichte. Ein spanischer Sieg kann diesmal aufgrund des schlechten Torverhältnisses (-4) zu wenig sein. 

Chile rechnen mit spanischem Ansturm

"Wir wissen, dass sie mit viel Schwung auf den Platz kommen werden", meinte Arturo Vidal vor dem Spiel gegen Spanien. Der Star von Juventus Turin wurde trotz gesundheitlicher Probleme gegen Australien von Beginn an gebracht. Für Spanien sollte Vidal wieder fit werden. Die Hoffnungen auf einen Sieg der "Roja" liegen neben dem Mittelfeld-Strategen auf den Schultern des Barca-Stürmers Alexis Sanchez.

Bei allem Lob für das chilenische Team wissen die Südamerikaner, dass die Leistung gegen Australien für Spanien zu wenig sein wird.  Trotz schneller 2:0-Führung wurde es gegen die "Socceroos" noch einmal eng. "Wir müssen uns in den Spielen gegen die nun kommenden starken Teams steigern", weiß Chiles Coach Jorge Sampaoli.
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