Weniger Geld für Profis? "Schlimmer geht nimmer"

Das Team von Roland Schmid beim Wahlkampf-Finale. Von links nach rechts: Christoph Marek, Robert Grüneis, Renate Anderl, Roland Schmid, Max Kindler, Axel Anderl, Konrad Wilczynski.
Das Team von Roland Schmid beim Wahlkampf-Finale. Von links nach rechts: Christoph Marek, Robert Grüneis, Renate Anderl, Roland Schmid, Max Kindler, Axel Anderl, Konrad Wilczynski.Bild: GEPA-pictures.com
Endspurt im Rapid-Wahlkampf. Am Freitag bekräftigte die Liste Schmid noch einmal den Fokus auf den Nachwuchs, auch auf Kosten der Kampfmannschaft. Außerdem reagierten sieben der acht Listenmitglieder auf Vorwürfe.
Am kommenden Montag wird der neue Rapid-Präsident gewählt. Roland Schmid und Martin Bruckner wollen Nachfolger von Michael Krammer werden. Die wahlberechtigten Mitglieder entscheiden bei der Hauptversammlung.

Vor einer kleinen Medienrunde absolvierte das "Team Grün Weiss" von Schmid am Freitagvormittag seinen letzten öffentlichen Termin in kompletter Besetzung. Fast komplett. Barbara Forsthuber musste sich entschuldigen lassen. Sie war am Donnerstag von einem Rad angefahren worden. "Im Röntgen hat sich gezeigt, dass es doch schlimmer ist", sagte Axel Anderl.

Schmid vermisst Sachlichkeit



CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Schmid eröffnete die Gesprächsrunde im Schutzraum, ein Lokal im 15. Wiener Bezirk. Etwas enttäuscht startete er mit einem kleinen Resümee des Wahlkampfs: "In der Sache war es oft schwierig. Es gab persönliche Angriffe auf mein Team und mich." Er nannte die Schlagworte "testosterongeladen" und "Glücksritter" – Beschreibungen für Schmid, eine von Gegenkandidat Bruckner, die andere von Ex-Präsident Rudolf Edlinger.

Schmid ging in einen Appell über. Er richtete sich an die Mitglieder: "Sie sollen sich für eine Idee und ein Konzept entscheiden, nicht für einen Kandidaten." Dann, auch im Falle einer Niederlage, werde es nur einen Sieger geben: "Den SK Rapid." Die Chancen? "50:50!"

Weniger Geld für Profis



Christoph Marek, der im Falle eines Wahlerfolgs wohl als Vizepräsident fungieren würde, schärfte die Kritik am Geschäftsbericht nach. Das Wort Kritik versuchte er dabei zu entschärfen und schließlich gänzlich zu umgehen. Seine Liste hatte nach dem Geschäftsbericht des Klubs Kritik geäußert, was von der Gegenseite wiederum als populistische Wahlmethode ausgelegt wurde. Marek: "Es war keine Kritik an einzelnen Mitarbeitern oder der Bilanz. Es geht um den ausbleibenden sportlichen Erfolg und das resultierende Defizit ohne Europacup."

Wenige Minuten später wurde er deutlicher: "Die Personalkosten wurden in den letzten Jahren immer größer. Der sportliche Erfolg nicht. 51 Millionen Euro Einnahmen sind toll. Die Frage ist nur, geben wir die richtig aus?"

Eine Überleitung zum zentralen Punkt des Schmid-Konzepts: Der Nachwuchsförderung. Das Budget für den Nachwuchs soll von zwei auf sechs Millionen gehoben werden. Wie? Einerseits durch einen Sponsor, andererseits durch Einsparungen andernorts. "Ja, eine Reduktion des Budgets der Kampfmannschaft ist möglich."

Schmid ergänzte: "Wir haben derzeit mit Abstand das zweitstärkste Budget der Liga und das werden wir auch weiter haben." Das sollte wohl der möglichen Angst vor einem Ausverkauf vorbeugen.

Keine Garantie für Barisic



Max Kindler wählte noch deutlichere Worte als Marek und Schmid. Zum Thema Budget-Reduktion im Sektor Kampfmannschaft, und mit wie viel Geduld er dabei von den Fans rechne, sagte er: "Schlimmer kann's eigentlich nicht werden. Wenn ein klarer Plan ersichtlich ist: Ja, es wird noch ein bisschen dauern. Wir warten schon lange genug. Aber in drei bis fünf Jahren sehen wir so den gesicherten Erfolg."

Schmids Wortwahl im Anschluss auf die doch sehr kritischen Worte sorgte kurz für Verwirrung: "Wir müssen nicht alles umbauen. Wir setzen ganz massiv auf die aktuell starke Mannschaft." Was jetzt, "schlimmer geht's nimmer" oder doch "massiv starke Mannschaft"? Kindler klärte auf. Schmid habe das Trainerteam und Sportdirektor Zoran Barisic gemeint, nicht die Spieler.

Mit Barisic werde es noch ein persönliches Gespräch geben. Eine Jobgarantie bis über die aktuelle Saison hinaus wollte Schmid ihm auf Nachfrage aber keine geben. Es sei aber wahrscheinlich, dass "Zoki" mit dem neuen Konzept längerfristig bleibt.

Renate Anderl hielt sich am Podium weitgehend zurück. Ihr großes Anliegen trug sie dafür mit Nachdruck vor. "Wir sagen 'Ja' zum Frauenfußball. Wir wollen keine Kooperation mit einem anderen Team. Wir wollen kleinen Mädchen selber die Chance geben." In der kommenden Amtszeit wolle man nichts überstürzen, aber den Grundstein legen.



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