Fleisch 40 % teurer

Weniger Schnitzel! Österreicher kaufen weniger Fleisch

Fleisch bleibt fixer Teil vieler Einkaufswagen, doch die Mengen sinken. Gleichzeitig greift bereits jeder dritte Haushalt zu Fleischersatz.
Österreich Heute
28.09.2026, 20:44
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Fleisch und Wurst landen zwar weiterhin in fast allen Haushalten auf dem Teller, gekauft wird davon aber weniger. Pflanzliche Alternativen legen dagegen deutlich zu.

Aktuelle Daten zeigen: In den vergangenen zwölf Monaten kauften 96,9 Prozent der österreichischen Haushalte Fleisch oder Geflügel. Gegenüber Juli 2016 sind das um 1,5 Prozent weniger.

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Deutlicher ist der Rückgang bei der Menge. Der Absatz von Fleisch und Geflügel liegt um 6,6 Prozent unter dem Wert von 2016. Auch die Menschen, die weiterhin Fleisch kaufen, greifen seltener zu und nehmen bei einem Einkauf im Schnitt weniger mit, das zeigt eine neue Studie von YouGov und INTEGRAL Marktforschung anlässlich des Welt-Vegetariertages am 1. Oktober.

Fleisch kostet deutlich mehr

Gleichzeitig sind die Preise kräftig gestiegen. Im Schnitt kostet ein Kilogramm Fleisch oder Geflügel mittlerweile 12,10 Euro. Das sind 39,8 Prozent mehr als 2016.

Besonders stark fällt die Entwicklung beim Rindfleisch aus. Hier liegt der durchschnittliche Kilopreis bei 17,51 Euro und damit um mehr als 26 Prozent höher als 2024. Schweinefleisch wurde zuletzt hingegen als einzige Fleischart etwas günstiger.

Hühnerfleisch wird beliebter

Auch innerhalb des Fleischmarktes verschieben sich die Gewichte. Hühnerfleisch kommt mittlerweile auf 16 Prozent des erfassten Fleischabsatzes und konnte seinen Anteil trotz höherer Preise ausbauen.

Bei Schweinefleisch blieb der Absatz weitgehend stabil. Rindfleisch sowie gemischtes Rind- und Schweinefleisch verloren dagegen leicht an Bedeutung beim Umsatz.

Auch weniger Wurst im Einkaufswagen

Bei Wurstwaren zeigt die Entwicklung ebenfalls nach unten. 2016 kauften noch 98,1 Prozent der Haushalte Wurst, 2026 sind es 94,8 Prozent. Die gekaufte Menge sank in diesem Zeitraum um 8,3 Prozent.

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Und viele wollen ihren Konsum noch weiter reduzieren. 36 Prozent der befragten Fleischesser planen, in nächster Zeit weniger davon zu essen.

"Dieser Vorsatz ist in allen Lebenswelten festzustellen, wird aber insbesondere durch veränderungswillige bzw. nachhaltigkeitsorientierte Menschen geprägt. Für sie stehen Tierwohl und Klimaschutz im Vordergrund", sagt Martin Mayr, Mitglied der INTEGRAL-Geschäftsleitung.

Seit 2018 sank der Anteil der Fleischessenden laut den Daten von 93 auf 89 Prozent. Knapp die Hälfte der Bevölkerung gibt zudem an, immer öfter pflanzliche Produkte zu konsumieren.

"Diese Entwicklungen zeigen klar auf, dass Fleisch zunehmend bewusster konsumiert und Flexitarismus präsenter wird. Während Fleisch früher noch selbstverständlicher im Menüplan stand, wird der Konsum zunehmend auf den Prüfstand gestellt. Die Kombination von Befragungsdaten mit faktischem Einkaufsverhalten hilft damit enorm, gesellschaftliche Trends und die dahinter liegenden Motive zu verstehen.", so Mayr weiter.

Fleischersatz legt kräftig zu

Parallel dazu wächst der Markt für Fleischersatz. 33,5 Prozent der österreichischen Haushalte haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate solche Produkte gekauft. Damit greift bereits jeder dritte Haushalt zu pflanzlichen Alternativen.

Gegenüber 2023 stieg die Käuferreichweite um 7,2 Prozent. Noch stärker entwickelte sich die verkaufte Menge: Der Gesamtabsatz von Fleischersatz legte um 33 Prozent zu. Die Ausgaben pro Haushalt stiegen seit 2023 um rund 20 Prozent.

"Unsere Daten zeigen, dass Fleisch in Österreich weiterhin fest im Einkaufsalltag verankert ist. Gleichzeitig sehen wir, dass pflanzliche Alternativen zunehmend ihren Platz im Warenkorb finden. Besonders interessant ist dabei, dass der Fleischersatzmarkt längst nicht mehr nur von klassischen Veggie-Zielgruppen getragen wird. Vielmehr wächst die Kategorie inzwischen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und erreicht bereits jeden dritten Haushalt", so Christina Tönniges von YouGov CP Austria.

red,28.09.2026, 20:44