Die Fachzeitschrift "PLOS One" hat in Deutschland eine Studie veröffentlicht, bei der Psychologen der Universität Duisburg-Essen das Verhalten von 900 Personen untersucht hat. Alle der Teilnehmer haben im vergangenen Jahr soziale Netzwerke genutzt, online eingekauft, Computer gespielt oder Pornographie konsumiert. Je nach Intensität der Nutzung wurden sie in drei Gruppen eingeteilt. Von unproblematisch bis problematisch.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Menschen mit einer problematischen Internetnutzung deutlich häufiger über Stress und schlechte Stimmung berichten. Außerdem verbrachten sie so viel Zeit online, dass wichtige Bereiche wie Arbeit, Familie oder Freunde vernachlässigt wurden. Die Internetnutzung gilt problematisch, wenn Onlineangebote exzessiv und unkontrolliert konsumiert werden und dadurch Alltag oder psychische Gesundheit eingeschränkt werden.
Über zwei Wochen beobachteten die Forscher das Verhalten der Teilnehmer. Dabei zeigte sich, dass vor allem der Drang online zu gehen ausschlaggebend war. Eben genau weil das Surfen oder Scrollen von vielen als entspannend empfunden wird, verstärkt das dieses Verhalten nur noch mehr.
Psychologe Andreas Oelker, Mitautor der Studie, sieht darin den entscheidenden Ansatz für Prävention. Nicht Stress allein sei das Problem, sondern der Moment, in dem der Wunsch entsteht, sofort zum Handy oder Computer zu greifen. Wer diese Versuchung früh erkenne und ihr widerstehe, könne problematisches Internetverhalten eher vermeiden als jemand, der nur versucht, Stress oder schlechte Stimmung zu bekämpfen.