Wer viel fliegt, soll künftig mehr zahlen

Die Steuer zeige einen Weg nach vorne, der nicht auf einem vollständigen Stopp des Fliegens beruht, heißt es seitens ICCT.
Die Steuer zeige einen Weg nach vorne, der nicht auf einem vollständigen Stopp des Fliegens beruht, heißt es seitens ICCT.Getty Images/iStockphoto
Die Vielfliegersteuer soll ab dem 2. Flug im Jahr beginnen und mit jedem Flug stetig ansteigen. Die Einnahmen sollen der Klimaforschung zugute kommen.

In Zeiten des Klimawandels sollte jede Flugreise mit Bedacht gemacht werden, denn Vielfliegern könnten dafür bald tiefer in die Tasche greifen müssen – zumindest wenn es nach dem Vorschlag der Non-Profit-Organisation International Council on Clean Transportation (ICCT) geht. Die schlägt in einem neuen Bericht nämlich vor, Vielflieger für die Emissionen, die sie verursachen, künftig stärker zur Kasse zu bitten.

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Ab 2. Flug im Jahr

"Wir sagen: 'Wenn Sie mehr fliegen wollen, ist das in Ordnung – Du musst nur ein bisschen mehr bezahlen'", so Sola Zheng, Forscherin beim International Council on Clean Transportation und Hauptautorin des Berichts. Je öfter man in einem Jahr fliegt, desto mehr Steuer soll pro Ticket gezahlt werden. Die Vielfliegersteuer beginnt mit dem zweiten Flug jedes Einzelnen pro Jahr in der Höhe von 9 US-Dollar (8,67 Euro). Je mehr Flüge in dem Jahr gemacht werden, desto höher steigt die Steuer und soll schließlich 177 Dollar (170,59 Euro) für den 20. Flug in einem Jahr erreichen. (Ein "Flug" ist in diesem Fall ein einzelner Start und eine einzige Landung – also die Hälfte eines Hin- und Rückflugs). Die Einnahmen der sogenannten "Frequent Flyer Levy" – also einer Vielfliegersteuer – sollen für die Erforschung und Entwicklung von alternativen Antrieben und andere Klimaschutzmaßnahmen verwendet werden.

Da die Steuer pro Flug erhoben wird – statt pro zurückgelegtem Kilometer oder pro ausgestoßenem Kilogramm Kohlendioxid (CO2) – könnte sie auch den zusätzlichen Vorteil haben, Reisende zu ermutigen, Züge oder andere Transportmittel für Kurzstreckenreisen zu nehmen. Verbraucher könnten versuchen, ihre Flüge für längere Reisen wie Transatlantikflüge zu "sparen", wo es wirklich keine guten Alternativen gibt.

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Keine Belastung niedriger Einkommen

Im Moment ist der Bericht nur eine Idee – kein politischer Vorschlag. Aber Zheng sagt, es zeige einen Weg nach vorne, der nicht auf einem vollständigen Stopp des Fliegens beruht – und das trägt nicht zu den Belastungen für Bürger mit niedrigem Einkommen bei.

Soviel CO2-Steuer zahlst du mit deinem Flufticket

Die CO2-Besteuerung von Flugtickets besteht in Österreich derzeit einerseits aus der Flugabgabe, die 12 Euro pro Passagier pro Flug betragen. Für Kurzstreckenflüge (weniger als 350 Kilometer) zahlt man 30 Euro. Andererseits müssen Fluglinien in der EU für CO2-Zertifikate zahlen. Die Preise für diese CO2-Zertifikate steigen, was sich wiederum im Ticketpreis niederschlägt. 

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