Tschick-Teuerung

"Werde täglich angeschnauzt" – Wut auf Trafikanten

Zigaretten werden wieder deutlich teurer – an der Trafik-Kassa entlädt sich der Frust. Eine Wiener Trafikantin erlebt den Preis-Schock täglich.
Christoph Weichsler
23.01.2026, 21:11
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Der Satz fällt dutzendfach jeden Tag. Kurz, laut, genervt: "Schon wieder teurer!" Seit den jüngsten Zigaretten-Preiserhöhungen ist die Stimmung den Wiener Trafiken angespannt. Mitarbeiterin Manuela (28, Name von der Redaktion geändert) bekommt den Frust unmittelbar ab. "Sehr viele Kunden regen sich über die Preise auf – und das bekomme ich jeden Tag ab", sagt die Verkäuferin in Wien-Ottakring.

Oft kippt die Situation nach dem Blick auf den Preis. "Wie soll ich mir das noch leisten?", fragen ihre Kunden. Diskussionen, Kopfschütteln und Ärger – das alles spielt sich nicht in Ministerien oder Konzernzentralen ab, sondern direkt an der Trafik-Kassa.

Ab 19. Jänner deutlich teurer

Der Grund für die aufgeheizte Stimmung ist eindeutig. Am 19. Jänner 2026 haben große Tabakhersteller die Preise ihrer Marken erhöht – je nach Sorte um 10 bis 40 Cent pro Packung. Bei Philip Morris kostet eine Packung Marlboro künftig rund 7 Euro, auch Camel oder Benson & Hedges wurden teurer.

Hintergrund ist die erneute Anhebung der Tabaksteuer, die mit Februar 2026 greift. Die Hersteller geben die Mehrkosten an die Konsumenten weiter. Für viele Raucher ist es nicht die erste Erhöhung – sondern die nächste in einer langen Reihe.

Szene zeigt die Realität

Wie eng es für manche Menschen ist, zeigte sich auch während des Gesprächs mit "Heute": Ein Mann stand mehrere Minuten lang beim Automaten und warf Duitzende Centmünzen ein – offenbar alles, was er noch hatte.

Für Manuela ist klar: Wenn jemand jeden Cent umdrehen muss, dann sind 10, 20 oder 40 Cent mehr bei Zigaretten keine Kleinigkeit. "Das geht an niemandem spurlos vorbei", sagt sie. Die Preise würden anderswo beschlossen – der Ärger darüber bleibe an der Kassa hängen.

Ärger landet beim Personal

"Sie sehen den Preis und sagen: Schon wieder teurer – wie soll das weitergehen?", erzählt Manuela. Sie habe Verständnis für den Ärger, sagt sie, aber sie könne nichts ändern. Trotzdem sei sie jene, die den Frust abbekomme – Tag für Tag.

Die Atmosphäre in der Trafik sei spürbar rauer geworden. Gespräche drehen sich fast nur noch um Preise, viele reagieren gereizt. Der Ton sei schärfer als früher, selbst bei Stammkundinnen und Stammkunden.

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