Die Weltgesundheitsorganisation hat das Risiko einer nationalen Ausbreitung des Ebolavirus in der Demokratischen Republik Kongo hochgestuft. Für den Kongo gelte nun die Risikostufe "sehr hoch", für die Region "hoch" und auf globaler Ebene "niedrig", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Laut WHO wurden bis Freitag im Kongo 82 Infektionen und sieben Todesfälle offiziell bestätigt. Zudem gebe es 177 ungeklärte Todesfälle und fast 750 Verdachtsfälle. Das Nachbarland Uganda meldete mittlerweile fünf bestätigte Fälle.
Wie der Spiegel unter Berufung auf dpa und Reuters berichtet, zählen auch drei freiwillige Rotkreuz-Helfer zu den ersten Todesopfern des Ausbruchs. Sie hätten sich bereits am 27. März infiziert, als sie sich um Leichen kümmerten - noch bevor bekannt war, dass das Ebolavirus grassiert.
Die Bekämpfung des Ebolaausbruchs wird dadurch erschwert, dass die östlichen Provinzen des Kongo seit Jahrzehnten von schweren Kämpfen erschüttert werden. Teilweise werden Gebiete von Rebellengruppen kontrolliert. Allein in der Provinz Ituri leben laut UNO über 920.000 Binnenflüchtlinge, im gesamten Ostkongo bis zu vier Millionen.
Die USA fordern die kongolesische Fußball-Nationalmannschaft auf, sich vor der Weltmeisterschaft 21 Tage lang zu isolieren. "Wir möchten sicherstellen, dass auf diesem Wege nichts in unsere Nähe oder in die Nähe unserer Grenzen gelangt", sagte Andrew Giuliani, Leiter der Task Force des Weißen Hauses für die WM.