Das hätte böse enden können: Mitten in einem belebten Grätzel in der Wiener Leopoldstadt sollen zwei Männer ein gefährliches Drogenlabor betrieben haben. Zinshäuser, Gemeindebauten und sogar ein Spielplatz befinden sich in unmittelbarer Nähe – die Anrainer ahnten lange nichts.
Die Verdächtigen (39 und 42) wollten offenbar gemeinsam mit einer 51-jährigen Frau aus Polen ganz nach der Vorlage der US-TV-Serie "Breaking Bad" ins große Suchtgiftgeschäft einsteigen. Dafür mieteten sie – wie berichtet – ein rund 200 Quadratmeter großes Kellerlokal an, das eigentlich als Tischfußball-Klub gedacht war, und richteten dort ihr "Giftlabor" ein.
Besonders brisant: Die Gruppe hantierte mit hochgefährlichen Chemikalien wie Quecksilberchlorid, Methanol und Schwefelsäure. Stoffe, die teils nicht nur hochgiftig sind, sondern auch für den Bombenbau verwendet werden können. Damit wollten die Hobby-Drogenköche Crystal Meth oder Speed herstellen – aber schon kleinste Fehler bei der Mischung hätten fatale Folgen gehabt.
Ein Ermittler bringt es gegenüber der "Kronen Zeitung" drastisch auf den Punkt: "Entweder sie hätten mit dem Stoff wegen der falschen Dosierung reihenweise Süchtige vergiftet oder sich und das halbe Haus in die Luft gesprengt." Trotzdem wollten die Männer sogar noch nachlegen und ein zweites Labor in einem einsamen Gehöft in Niederösterreich aufbauen.
Doch dazu kam es nicht mehr. Fahnder, Cobra-Beamte und Spezialkräfte griffen ein, stürmten das Kellerlokal und nahmen das Trio fest. Dabei wurden auch zwei gestohlene Schusswaffen sichergestellt.
Im Grätzel sorgt der Einsatz noch immer für Gesprächsstoff. Anrainer berichten weiterhin von auffälligem Kommen und Gehen seit Monaten. Eine Bewohnerin entdeckte sogar einen Chemikalien-Kanister im Innenhof. Weil Teile des Gebäudes nahe dem Donaukanal kontaminiert sein könnten, droht nun eine aufwendige Sanierung.