Die ARD hat am Freitagabend versucht, das Fernsehen neu zu erfinden und landete dabei irgendwo zwischen "Tatort", "Schillerstraße" und einer Familienfeier, bei der der Onkel plötzlich beschließt, dass jetzt improvisiert wird. Das Live-Format "Tödliches Spiel" sollte ein spannendes Krimi-Dinner werden. Am Ende war es vor allem eins: ein Social-Media-Fest für entgleiste Gesichtsausdrücke.
Mit Jan Josef Liefers (61) und Axel Prahl (65) standen ausgerechnet die Münster-"Tatort"-Legenden als Spielleiter bereit. Statt Leiche im Keller gab’s aber eher Leerlauf im Schloss. Die Darsteller kannten nur ihre Rollenprofile und improvisierten sich tapfer durch Mord, Motivsuche und Momente, in denen vermutlich niemand, wirklich niemand wusste, wer hier gerade wen verdächtigen sollte.
Während das Publikum per Telefon mitraten durfte, wer der Täter ist, rätselten viele Zuschauer offenbar eher: "Was schaue ich da eigentlich?"
Schon während der Show kochte Plattform X über – und die Kommentare waren härter als jeder "Tatort"-Verhörraum.
Ein User schrieb: "Ich habe das starke Gefühl, 'Tödliches Spiel' wird das neue 'Die Passion'." Oder: "Es ist wie ein Unfall. Ich kann nicht wegschalten."
Die ARD wollte ein interaktives Krimi-Spektakel liefern. Am Ende bekamen wir ein Impro-Chaos, das Twitter (sorry: X) wenigstens sehr glücklich gemacht hat. Ob die Zuschauer beim nächsten Mal wieder miträtseln wollen? Das bleibt ein tödliches Rätsel.