Mit Montag, 2. März, müssen der Neidhart Festsaal auf der Tuchlauben (City), das Haydnhaus in der Haydngasse (Mariahilf), das Schubert Geburtshaus in der Nußdorfer Straße (Alsergrund) und die Johann Strauss Wohnung in der Praterstraße (Leopoldstadt) schließen.
Außerdem gibt es weniger Öffnungstage. Wie der ORF berichtet, hat Museumsdirektor Matti Bunzl aber ausgeschlossen, dass für die Dauerausstellung im Wien Museum in Zukunft Eintritt verlangt wird, um das Budget aufzubessern.
Minnesänger Neidhart von Reuental war in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein richtiger Superstar in Wien. Gemeinsam mit seinem Schüler Neithart Fuchs wurde er im Stephansdom begraben.
Kurz nach 1400 hat der Unternehmer und Kommunalpolitiker Michel Menschein in seinem eigenen Haus einen Festsaal mit Fresken gestaltet, die Motive von Neidhart nachempfinden. Nach massiven Umbauten in der Barockzeit, bei denen vieles zerstört wurde, entdeckte man 1979 bei weiteren Arbeiten die ältesten bekannten profanen Fresken der Stadt.
In der aktuellen Dauerausstellung wird das historische Gebäude mit einer Computeranimation wieder sichtbar gemacht. Im Mittelpunkt stehen aber die Fresken, die unter anderem eine Schneeballschlacht und eine Bauernschlägerei zeigen. Auch ein Motiv aus Neidharts "Veilchenschwank" ist zu sehen, wobei eine berühmte Schlüsselszene fehlt: Bauern ersetzen ein für die Herzogin bestimmtes Frühlingsveilchen durch Kot.
Im Gegensatz zum Neidhart Festsaal sind die anderen drei Standorte aus dem 19. Jahrhundert weniger authentisch. Hier blieb praktisch nur das Haus selbst ohne Einrichtung erhalten. Der Komponist Joseph Haydn kaufte 1793 ein Gartenhaus in der Steingasse bei Gumpendorf. Nach seiner Rückkehr aus England ließ er es umbauen und zog 1797 ein. Hier schrieb er unter anderem die Oratorien "Die Schöpfung" und "Die Jahreszeiten".
In der Dauerausstellung geht es zuerst um die Lokal- und Stadtgeschichte: Aus Angst vor einer Revolution hat Kaiser Franz die Ansiedlung von Industrie abgelehnt. 1809 standen napoleonische Truppen in Gumpendorf und verwandelten Haydns Grätzel in ein Kriegsgebiet. Wenige Wochen später starb Haydn: "Der Angriff hatte ihn stark mitgenommen", wie das Museum erklärte.
Neben Musikinstrumenten und alten Notenseiten Haydns beschäftigt sich eine Ausstellung seit 1980 auch mit Johannes Brahms. Weil sein Wohn- und Sterbehaus in der Karlsgasse abgerissen wurde, musste er ins Museum übersiedeln.
Im Haus am damaligen Himmelpfortgrund, heute Nußdorfer Straße im neunten Bezirk, kam am 31. Jänner 1797 Franz Schubert zur Welt. Im Gebäude war damals auch eine Schule, in der Vater Franz Theodor unterrichtete. Die Familie Schubert zog aber schon 1801 weiter, und die musikalische Karriere von Franz begann woanders.
Zu sehen sind vor allem Porträts von Schubert selbst, seiner Familie und Orten, die er besucht hat. Teil der Ausstellung sind auch Programmzettel, Noten, Musikinstrumente und die Brillen des Komponisten. Zum 200. Todestag von Schubert 2028 soll es eine neue Dauerausstellung geben.
Der Komponist Johann Strauss wohnte in den 1860er-Jahren mit seiner Frau Henriette Chalupetzky in einer Wohnung in der Praterstraße, bevor er 1874 in eine Villa in Hietzing übersiedelte. Im Winter 1866/67 entstand hier "An der schönen blauen Donau".
Die Ausstellung bietet einen bunten Überblick über alles, was mit Strauss, seiner Familie und seinem Werk zu tun hat. Das vergangene Jahr war ganz Johann Strauss gewidmet: Das Wiener Theatermuseum konnte den Komponisten auf größerem Raum noch ausführlicher zeigen als das Wien Museum. Ein völliger Verzicht des Wien Museums auf Johann Strauss gilt aber als unwahrscheinlich, denn der Hauptmietzins für die 141 Quadratmeter große Wohnung ist mit 549 Euro relativ günstig, wie ein Kaufvertrag aus dem Jahr 2010 zeigt.