Bis zu 500.000

Planungschef sicher: Wien hat Platz für mehr Menschen

Bis 2035 wächst Wiens Bevölkerung auf bis zu 2,2 Millionen Menschen. Laut Planungsdirektor Thomas Madreiter hätte Wien auch Platz für mehr Menschen.
Wien Heute
31.05.2026, 17:42
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Die gründerzeitlichen oder barocken Stadtsysteme in Wien sind sehr dicht gebaut worden, während die Bauten aus der Nachkriegszeit eher locker angelegt sind, beschreibt der Planungsdirektor der Stadt Wien, Thomas Madreiter, in der ORF-Reihe "Bei uns".

"Wir finden jetzt einen Mittelweg." Als Beispiele dafür nennt er die Seestadt Aspern und den Nordbahnhof. "Wir gehen im Prinzip davon aus, dass wir locker zwischen weiteren 200.000 und 500.000 Einwohnern in Wien unterbringen. Ob und wie lange das dauern wird, wird man sehen", so Madreiter. Es sei aber nicht das Ziel, dass Wien besonders stark oder schnell wächst.

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"Keine zusätzlichen Stadterweiterungsgebiete"

Aktuell ist laut Planungsdirektor kein zusätzliches Stadterweiterungsgebiet vorgesehen. Der Grünraum in Wien leidet seiner Meinung nach durch das Bevölkerungswachstum nicht. Es gehe vielmehr um eine gescheite Balance zwischen Stadterweiterung und innerer Stadtentwicklung: "Der aktuelle Wien-Plan zeichnet sich etwa dadurch aus, dass wir überhaupt keine zusätzlichen Stadterweiterungsgebiete mehr nutzen müssen."

Wichtig ist bei neuen Bauprojekten, dass sie so geplant werden, dass in heißen Nächten kühle Luft gut durch die Gebäude strömen kann. Idealerweise kann man die Wohnungen querlüften. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass es möglichst viele beschattete Flächen gibt – besonders im öffentlichen Raum.

Verzögerung bei Linie U5

In Wien wird alle zehn Jahre ein neuer Stadtentwicklungsplan erstellt. Dabei geht es darum, wie die Stadt in Zukunft gebaut, begrünt und organisiert wird. Der aktuelle Wien-Plan gilt von 2025 bis 2035. Innerhalb dieser zehn Jahre wird laufend geprüft und nachgebessert.

Auch die Stadtplanung ist vom aktuellen Sparzwang betroffen. So verzögert sich etwa der Bau der U-Bahn-Linie U5 um mehrere Jahre. "Das schmerzt nicht nur mich, das schmerzt auch die Wiener Linien und die Wienerinnen und Wiener – hat aber leider gute Gründe", betont Madreiter.

Schnellbusse in Rothneusiedl

Das Bohren von Tunnels unter der historischen Stadt ist eine komplizierte Sache. "Man muss jetzt nur daran denken, da haben einmal die Türkenkriege stattgefunden. Da gibt es alle möglichen historischen Tunnelanlagen, Gräben, Kanäle, von denen keiner weiß, dass sie wirklich dort sind", schildert der Planungsdirektor.

Derzeit muss überall gespart werden: "Wir stellen alle Maßnahmen, alle Projekte auf den Prüfstand und klopfen sie dahingehend ab, inwieweit man Dinge einfacher bzw. auch zeitnäher realisieren kann." Als Beispiel nennt Madreiter die öffentliche Anbindung des neuen Stadtentwicklungsgebiets Rothneusiedl. Weil die U1 voraussichtlich erst später dorthin fahren wird, kommen vorerst Schnellbusse zum Einsatz.

Schaffung von "Low Traffic Grätzel"

Ein weiteres Beispiel sind die neuen "Low Traffic Grätzel", bei denen man mit einfachen Mitteln versucht, den Menschen ein angenehmes Umfeld im öffentlichen Raum zu bieten. "Ich glaube, das kann man in ganz vielen Bereichen umsetzen, sich einfach immer wieder die Frage stellen: Geht es auch etwas einfacher?"

Bei der Seestadt hat es anfangs lange Diskussionen gegeben, ob die U2 unterirdisch oder oberirdisch fahren soll. "Keine Frage, oberirdisch ist erheblich kostengünstiger. Und heute sehen wir, es schafft zusätzliche Mehrwerte." Die U-Bahn-Trasse dient im Sommer als Sonnenschutz und im Winter als Regenschutz, etwa für spielende Kinder.

Zahl der Autos soll reduziert werden

Ein wichtiges Ziel der Wiener Stadtplanung ist es auch, die Zahl der Autos in der Stadt zu reduzieren – um 50.000 weniger sollen es bis 2035 werden. "Ich denke, wir sind da auf einem guten Weg." Es gehe aber nicht darum, den Menschen das Auto wegzunehmen, so Madreiter, sondern "den Menschen optimale Rahmenbedingungen zu ermöglichen für ein Leben ohne Auto."

{title && {title} } red, {title && {title} } 31.05.2026, 17:42
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